603.11.1003.11.10|Witzenhausen|1 Kommentar
|
|Schrift
a /
A||
Witzenhausen. Es ist 14.50 Uhr: Möhren baumeln von den Baumästen auf dem Marktplatz, an der Walburgerstraße stehen mit Karotten geschmückte Bauzaunteile, ein Stück weiter wartet ein Parkscheinautomat mit Rübenbesatz auf Kundschaft. Die Kirschenstadt ist zur Rübenstadt geworden. Wieso? Zu einer Antwort verhelfen – wie soll es auch anders sein – Möhren. Auf die Straße gesprüht, führen sie direkt vor den Bioladen Schachtelhalm, den Ort des ersten Rüben-Rabatz in Witzenhausen.

Rüben-Rabatz im Schachtelhalm: Mitarbeiterin Kerstin Behr kassiert um 15 Uhr den ersten Aktionseinkäufer, Farid Melko aus Witzenhausen, ab. Fotos: Müller
Der BUND Werra-Meißner und die Initiative Transition Town haben ihn gemeinsam organisiert. Das Prinzip: Um ein Umdenken in Sachen Klimawandel zu bewirken, wird nicht boykottiert, sondern konsumiert. „Wir wollen den Käufern zeigen, über welche Macht sie verfügen“, erklären Wolf von Bültzingslöwen vom BUND und Emil Wiedmann von Transition Town. Denn: 25 Prozent des Verkaufserlöses investieren Schachtelhalm und 30 Prozent das Kino Capitol, das sich mit dem Film „Die Erde von oben“ am Abend ebenfalls an der Aktion beteiligte, in klimafreundliche Anlagen. Im ersten Fall soll es ein beleuchtetes Ladenschild auf Photovoltaik-Basis sein, im zweiten eine energieeffiziente Beleuchtungsanlage für den Eingangsbereich.
14.55 Uhr: Noch fünf Minuten bis zum vermeintlichen Ansturm. Mitarbeiterin Kerstin Behr ist neugierig. „Also ich glaube schon, dass doppelt so viele Kunden kommen werden, wie sonst. Wir haben extra mehr Gemüse und Milchprodukte eingekauft.“ Auch personell bekommt Behr heute Unterstützung. Immerhin ist mit den zahlreichen Möhren und einer eigenen Internetseite aufwändig für den Rabatz geworben worden.
15 Uhr: Die Tür geht auf, schwingt zu, geht auf, schwingt zu. „Du bist ja auch mal hier“, grüßt Behr verwundert eine Kundin. Der Laden füllt sich. Kürbisse, Milch, Käse, Salat – alles wandert in grüne Einkaufskörbchen. „Ein Freund hat mir von der Aktion erzählt. Ich hatte vorher noch nie davon gehört. Warum nicht mitmachen, dachte ich mir?“, sagt Student Farid Melko aus Witzenhausen.
15.05 Uhr: Die Brottüten sind leer. „Wir bräuchten echt eine zweite Kasse“, sagt Behr zu einer Kundin.
15.15 Uhr: „Was kosten die Kürbisse?“ Ist Behr nach 15 Minuten schon gestresst? „Hmm, wenn ich damit anfange, bekomme ich ein Problem. Nein, es macht eher Spaß“, sagt sie und gibt 26,20 Euro raus. Es sei schon mehr los als an Frei- oder Samstagen.
15.20 Uhr: „Kauft die Regale leer“, animiert Frank Viohl seine Miteinkäufer. Sein Korb ist schon voll. „Die Aktion hat mich gelockt“, gesteht er. „Man kann das Einkaufen mit einem guten Zweck verbinden und trifft nette Leute.“
15.30 Uhr: Der nächste ist dran. Behr greift in das Körbchen und legt drei Möhren auf die Waage. Der Rabatz scheint zu funktionieren.
Von Alexandra Müller
zurück zur Übersicht: Witzenhausen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.
21.02.12|Witzenhausen|29

20.02.12|Witzenhausen|12

19.02.12|Witzenhausen|4

19.02.12|Witzenhausen|4

19.02.12|Witzenhausen|3

17.02.12|Witzenhausen|9
