Der 50-jährige Perkussionist baut Instrumente aus Kleiderbügeln, Kämmen und Steinen

Der 50-jährige Perkussionist baut Instrumente aus Kleiderbügeln, Kämmen und Steinen

Kultur-Festival: Rays Spielplatz der Töne

503.09.1003.09.10|Witzenhausen|
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift  a /  A||

Witzenhausen. Treppen, Keller, Hinterhöfe: Das Kultur-Festival findet zum zweiten Mal in Witzenhausen statt. Unter dem Motto Kunst im Denkmal öffnen alte Häuser, Türme und Keller vom 9. bis 12. September wieder die Pforten.

© HNA/Bretzler

Ein außergewöhnlicher Musiker: Ray Kaczynski aus Göttingen entlockt den außergewöhnlichsten Materialien vorher unbekannte Töne.

In einer Serie stellen wir ausgewählte Orte und Künstler vor. Heute geht es um den Rhythmiker Ray Kaczynski, der außergewöhnliche Schlaginstrumente entwirft.

Rays Welt besteht aus Klängen, Tönen und Geräuschen. Sie kratzen, schleifen, scheppern, knattern und läuten. Sie klingen klar wie ein Glocke oder dumpf wie ein Stein. Tatsächlich Stein. Auch ihm entlocken die Stäbe Ray Kaczynskis Laute.

Am Freitag, 10. September, tritt der 50-jährige Perkussionist (siehe Stichwort) und Rhythmiker gemeinsam mit Autorin Anja Tuckermann aus Berlin im Gasthaus Zur Krone auf der Bühne. Zum dritten Mal treten die beiden mit einem gemeinsamen Stück auf. Diesmal werden humorige Geschichten der Familien Mühsam, Faul, Fröhlich, Vierschrötig und anderer unter dem Motto „Text und Musik ins Blaue“ erzählt.

Ray Kaczynski, Wahl-Göttinger und gebürtiger US-Amerikaner, wird die Lesung musikalisch untermalen. Die Instrumente, die er dazu verwendet, baut er selbst. Dafür verwendet er Materialien, die in unserer Alltagswelt normalerweise ohne akustische Zuordnung sind.

Steine, Kleiderbügel-Drähte, Stahlfedern, Lampenschirme, Schleifpapier, – ja sogar Haarkämme verschiedener Größen und Formen haben einen spezifischen Klang. Einen Klang, der Emotionen auslöst. Wenn Rays Stöcke über die ungewöhnliche Anordnung aus Materialien wirbeln, fühlt sich der Zuhörer mal in einen lustigen Trickfilm, mal in mystische Sphären und mal in einen Horrorfilm versetzt. Seine Gabe, außergewöhnliche Klänge zu erzeugen, hat ihn in der Musikszene zu einem bekannten Künstler, Komponisten und Percussion-Lehrer gemacht.

Auf eine Platte montiert sehen seine Instrumente aus wie die künstlerische Darstellung eines Miniatur-Abenteuerspielplatzes. Doch mit einem batteriebetriebenen Piezo-Mikrofon verstärkt, erreicht die Ohren plötzlich, was sonst unhörbar bleibt.

Ein Zufall brachte ihn auf diese Idee. Damals arbeitete Ray im Berliner Podewil-Zentrum für aktuelle Künste mit einem Komponisten zusammen, der hohe Erwartungen an die moderne Musik hatte. Er wollte mehr hören, als den Klang fremdländischer Instrumente aus Indien oder China. Er wollte etwas völlig Neues. „So fing ich an, mit ungewöhnlichen Materialien zu experimentieren.“ Was zunächst mühsam war, erwies sich für Ray als Glücksfall: Jahrelang machte er Rhythmik-Übungen – doch nicht als Schlagzeuger, sondern als Mann mit den verrückten Instrumenten blieb er dem Publikum in Erinnerung. Den Karriereschub kommentiert Ray trocken und bescheiden: „Ich glaube, ich mach’ das ganz gut.“

Info: www.xray-k.com

Von Kathrin Bretzler

Das Gasthaus „Zur Krone“

Nach der Überwindung der Pestepidemie 1597, kurz vor Ausbruch des 30-jährigen Krieges (1618-1648), erlebte Witzenhausen eine kurze Blüte. Baulicher Ausdruck sind die Werrabrücke und Fachwerkbauten wie das Grau’sche Haus am Marktplatz.

Von demselben unbekannten Meister entstand 1610 die mit Fachwerk verzierte Krone am Kespermarkt. Die hohen Giebel und das steinerne Erdgeschoss machen sie zu einem stattlichen Bau, der die Nachbargebäude überragt.

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Krone als Gasthaus genutzt. 1837 hielten die aus Göttingen vertriebenen Brüder Grimm (Göttinger Sieben) hier eine liberale Kundgebung ab.

Später wurde der Kronensaal Mittelpunkt der Witzenhäuser Gewerkschaften. Bis in die 1970er Jahre war hier ein Kino.

Das Programm - Zur Krone: 9. bis 12. September

Freitag, 10. September: 19.30 Uhr: Ray Kaczynski und Anja Tuckermann, Familiengeschichten – Text und Musik ins Blaue. 22.30 Uhr: 7. Witzenhäuser Poetry Slam (Dichterwettstreit).

Samstag, 11. September: 20 Uhr: Auftritt des Gospelchors der evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Witzenhausen. 21.30 Uhr: Sabine Wackernagel, zweite Lesung. (kbr)

zurück zur Übersicht: Witzenhausen

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Kommentare

Diese Seite bookmarken bei...
  • BlinkList
  • del.icio.us
  • Folkd
  • Furl
  • Google
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • oneview
  • Yahoo MyWeb
  • YiGG
  • Webnews

Videosaus Witzenhausen

300NL4S1XjS5KP6_4F0ZEKch-atXF0F1Sn55G2RvXiv3uw./static/common/img/group24/videohttp://www.hna.de/videos/4133147200125719885001window

FotostreckenWitzenhausen

zurück

vor

weitere Fotostrecken:

Meist gelesene Artikel

  • heute
  • 7 Tage
  • Meist kommentiert (7 Tage)
Gästekarte soll neue Urlauber für Nordhessen anlocken

Werra-Meißner. In Nordhessen könnte es bald eine Gästekarte geben, mit der Urlauber umsonst öffentliche Verkehrsmittel und viele Freizeiteinrichtungen nutzen können. Die Grimm Heimat Nordhessen, eine Initiative der Regionalmanagement Nordhessen GmbH, möchte die Karte 2013 einführen.Mehr...

Von wegen neue Räume

Witzenhausen. „Ab Donnerstag, 1. März 2012, bezieht die DAK neue Räume.“ So steht es an der Tür zum DAK-Servicezentrum Witzenhausen an der Wickfeldtstraße. Doch das stimmt nicht. Ende dieses Monats macht die Krankenkasse DAK-Gesundheit ihre Außenstelle in Witzenhausen dicht.Mehr...

Anwalt der Stadt Witzenhausen gibt Prozess um Swap-Geschäft verloren

Witzenhausen / Hessisch Lichtenau. Die Stadt Witzenhausen hat kaum Aussichten, den Verlust aus dem Swap-Geschäft vor Gericht abwenden zu können. Davon geht der Göttinger Anwalt Markolf Schmidt aus, der die Stadt in dem Rechtsstreit gegen die DZ Bank vertritt.Mehr...

NachrichtenSportVideosMagazinServiceAnzeigenHNA-KartenserviceMeine HNA

Artikel lizenziert durch © hna
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.hna.de