810.03.1010.03.10|Witzenhausen|12 Kommentare
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Oberrieden. Der Computer schnarcht, die Eieruhr ist ein Dauersymbol auf dem Bildschirm: In Oberrieden warten die Internet-Nutzer noch immer auf den Geschwindigkeitsschub, sie quälen sich im Schneckentempo über Internetseiten oder beim Versenden von Mails mit größeren Datenpaketen. Leidtragender ist auch der Ortsvorsteher Norbert Windus.
Die Firma Mega Access aus Neu-Anspach, die ein Breitband-Netz auf Funkbasis im Werra-Meißner-Kreis als gefördertes Pilot-Projekt aufbaut, wollte bereits für Sommer 2009 die Nutzung möglich machen. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) Werra-Meißner die das Projekt mit angeschoben hat, verkündete Ende 2009 schon den Vollzug, dass das Netz steht. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus – zumindest in Oberrieden, nachdem in anderen Ortschaften wie Dudenrode das Netz funktioniert.
Immerhin steht die Technik – auch im Kirchturm – alles ist installiert. Trotzdem hapert es mit der schnellen DSL-Verbindung. Bei Norbert Windus ist technisch alles vorbereitet, die Software und Hardware durch ein Subunternehmen von Mega Access kürzlich angeschlossen worden.
Doch auch an seinem PC ging zunächst nichts schneller. Am Wochenende vor einer Woche stand dann die schnelle Leitung kurzzeitig. Die Internetseiten bauten sich schnell auf. „Das war schon beeindruckend“, sagt Windus, der nun hofft, dass sich diese Kinderkrankheiten legen, die es auch in anderen Orten wie Dudenrode gab. Dort laufe es mittlerweile. „Das macht Hoffnung.“ Windus ist geduldig, dennoch nervt ihn die Geschichte. Als Ortsvorsteher steht er in der Kritik, manche Bürger machen die Politiker und Ortsvertreter für die Hängepartie mitverantwortlich.
Der Tonfall der Beschwerden, vor allem in E-Mails, sei manchmal allzu heftig und persönlich. Das empfindet Windus als ungerecht, denn auch er wartet, wie andere Ortsbeiratsmitglieder, auf die schnelle DSL-Verbindung.
Manche, die einen Vertrag mit Mega Access unterzeichnet haben, sind ungehalten über die Verzögerung, machen gar dafür die Konstrukteure der Internetseiten verantwortlich.
Nachgehakt hat Norbert Windus auch: bei der WFG, bei der Stadt und bei Mega-Access, wo die Antworten ungenau oder gar nicht kamen – wie im Fall unserer Nachfrage.
Die Stadt Bad Sooden-Allendorf hat übrigens ihre Konsequenz aus dem Stottern der schnellen Leitung gezogen: Der Magistrat um Bürgermeister Hix hat die nächste Zahlung der Stadt, die über die WFG abgewickelt wird, gestoppt. „Erst muss die Leistung erbracht werden“, sagt Hix. Immerhin beteiligt sich die Badestadt mit 50 000 Euro an dem Pilotprojekt.
Und die Oberrieder? Sie warten weiter und sehnlichst darauf, dass die Eieruhr auf dem Bildschirm bald verschwinden wird. (tko)
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