Werra-Meissner-Kreis. Nicht mit Fremden sprechen und auf direktem Weg nach Hause laufen – wer kennt nicht die gebetsmühlenartig formulierten Bitten der Eltern, die wollen das der Nachwuchs sicher nach Hause kommt.
Doch reden alleine reicht nicht immer, besser ist es die Verhaltenstipps mit den Kindern in Rollenspielen zu üben. „Ich versuche die Kinder mit einem Vorwand in mein Auto zu locken“, sagt Polizeihauptkommissar Reiner Lingner.
Seit 2005 besucht er alle dritten und vierten Klassen im Landkreis mit seinem Projekt „Nicht mit mir“, um über den richtigen Umgang mit Fremden aufzuklären. Eltern seien immer wieder erstaunt, wie einfach es ist die Kinder ins Auto zu locken. „Kinder sind einfach zu hilfsbereit und vertrauensselig“, sagt Lingner.
Allerdings sei ihm in den letzten Jahren nur ein Fall bekannt, in dem ein Kind tatsächlich von einem Fremden ins Auto gelockt werden sollte. „Wir bereiten Kinder auf mögliche Gefahren vor, aber bisher ist dies bei uns noch nicht eingetreten.“
Vor drei Jahren hat Lingner zusammen auch das Projekt Sicherheitsinsel mit ins Leben gerufen. An diese Inseln in Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen, meistens Geschäfte, können Kinder sich wenden, wenn sie in Schwierigkeiten sind oder eine Frage haben.
Nicht nur die Polizei trainiert mit Kindern das richtige Verhalten ein. Auch an privaten Kampfsportschulen können die Jüngsten lernen, sich zu verteidigen. So auch im Wing-Tsun-Studio von Mario Beinhorn in Witzenhausen. Er zeigt dort den jüngeren Kindern vor allem, wie sie Gefahren vermeiden können.
„Kleine Kinder sind Erwachsenen körperlich unterlegen“, sagt er. Deshalb sei es wichtig, dass sie in Rollenspielen üben, wie sie sich Verhalten sollen, wenn Fremde sie ansprechen. „Je älter die Kinder werden, desto mehr Kampftechniken lernen sie.“ Wing-Tsun sei eine Kampfsportart zur Verteidigung, bei der zudem die Aufmerksamkeit, Durchhaltevermögen und Respekt geschult werden, betont er.
Kontakt: mariobeinhorn@web.de, www.wt-witzenhausen.de
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Von Diana Rissmann



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