Waldkappel. Zehn Stützpunkte für Schwerlast-Rettungswagen gibt es in ganz Hessen, einer davon ist in Waldkappel. Die Firma Rückbrodt ist dort seit 2009 mit einem solchen Sonderfahrzeug und dem speziell für das Rettungswesen ausgebildeten Personal im öffentlichen Rettungsdienst des Werra-Meißner-Kreises eingebunden.

Für Sondereinsätze: Der Schwerlast-Rettungswagen hat sich im Kreisgebiet und über die Grenzen hinaus bewährt. Wesentlichen Anteil daran haben Markus Haberland (von links), Christoph Rückbrodt, Notarzt Dieter Beck, Marcel Voigt und Tobias Vaupel (knieend), in der Bildmitte als „Patient“ Hans-Joachim Gregor. Foto: Görk
Der Schwerlast-Rettungswagen ist ein Mercedes Benz, ausgestattet mit einem Fünf-Tonnen-Fahrgestell. Er verfügt neben der Standardbeladung für Rettungsfahrzeuge über eine spezielle Fahrtrage, mit der Gewichte bis 700 Kilogramm transportiert werden können. Eine Hebebühne unterstützt zudem die Retter bei der Arbeit. Das Fahrzeug bietet darüber hinaus genügend Platz, um Zusatzgeräte aus Kliniken mitnehmen zu können.
„In der Praxis hat sich eindeutig gezeigt, dass für diesen Rettungstransporter in unserer Region großer Bedarf besteht“, sagt Dieter Beck, leitender Notarzt im Eschweger Krankenhaus und ärztlicher Leiter im Rettungsdienst des Werra-Meißner-Kreises.
Nach Aussage von Rettungsassistent Tobias Vaupel wird der Schwerlast-Rettungswagen, der im Einsatz noch mit einem zweiten Rettungsassistenten besetzt ist, pro Monat durchschnittlich jeden zweiten Tag angefordert.
Inzwischen war der Schwerlaster auch schon oft für andere Landkreise im Einsatz. Der weiteste Transport führte bis nach Nürnberg. Die zu transportierenden übergewichtigen Personen wiegen meist zwischen 170 und 180 Kilogramm.
Die schwergewichtigste Aufgabe hatten die Mitarbeiter der Rückbrodt GmbH bislang in Fritzlar zu bewältigen, als sie eine 380 Kilogramm wiegende Frau in eine Klinik bringen mussten.
Alarmiert wird der Spezial-Rettungswagen unter dem Funkrufnamen „Rettung Werra-Meißner 12-89-1“ über die Notrufnummer 112. Die Leitstelle in Eschwege koordiniert alle Einsätze. Innerhalb des Landkreises rückt er in Notfällen binnen 60 Sekunden aus.
Neben den Rettungseinsätzen ist der Schwerlast-Rettungswagen natürlich vor allem auch für routinemäßige Transportfahrten zu bestimmten Kliniken unterwegs. Da die Überernährung der Bevölkerung in westlichen Industrieländern ständig zunimmt, ist auch mit steigenden Einsatzzeiten des Spezial-Transporters zu rechnen.
Von Siegfried Görk



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