Kassel/Göttingen. Der Regionalversorger Eon Mitte erhöht zum 1. Mai die Strompreise. Die Kilowattstunde (kWh) Strom wird um durchschnittlich 3,5 Prozent teurer. Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh zahlt damit gut 30 Euro mehr im Jahr.
Das Unternehmen begründete die Preisanhebung mit den gestiegenen Kosten für erneuerbare Energien. Die Umlage, mit der Strom aus regenerativen Quellen von allen Verbrauchern mitfinanziert wird, ist um 70 Prozent auf 4,2 Cent je kWh gestiegen.
In der Basisversorgung kostet Strom ab Mai 26,11 Cent je kWh, wobei der so genannte Grundpreis, etwa die Gebühr für den Zähler, mit eingerechnet ist.
Die Basisversorgung durch das örtliche Energieunternehmen ist gesetzlich garantiert. Sie springt auch dann ein, wenn ein konkurrierender Stromanbieter, von dem ein Verbraucher seinen Strom bezieht, pleite geht. Die Grundversorgung ist in der Regel der teuerste Tarif.
Im oft gebuchten Eon-Vario-Tarif steigt der Strompreis einschließlich des konstant gebliebenen Grundpreises um 3,6 Prozent auf 25,30 Cent je kWh. Der Komforttarif verteuert sich alles in allem auf 25,79 Cent brutto je kWh.
Bereits zum Januar hatten andere regionale Stromversorger die Preise angehoben. Bei den Städtischen Werken in Kassel wurde Strom je nach Tarif vier bis sechs Prozent teurer, in Northeim sind es ebenfalls sechs Prozent.
Eon Mitte versorgt mehrere hunderttausend Kunden in Nordhessen, Südniedersachsen und Ostwestfalen. Bis Anfang Januar oder Februar hatten nach Angaben von Verbraucherverbänden mehr als 500 Versorger Preiserhöhungen angekündigt. Trotzdem bleiben die meisten Haushalte ihren Energielieferanten treu. Nach Erhebungen der Bundesnetzagentur sind fast 86 Prozent von ihnen bei ihrem lokalen Stromlieferanten. Fast die Hälfte davon zahlt darüber hinaus den teuren Grundversorgungstarif.
Dabei ist ein Anbieterwechsel relativ einfach. Wer sich für einen neuen Energielieferanten entscheidet, kann in der Regel diesem die Formalitäten wie die Kündigung des alten Vertrages überlassen. Eine Unterbrechung in der Stromversorgung gibt es nicht, auch Stromzähler werden nicht aus- oder umgebaut.
Wichtig ist jedoch, auf Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen zu achten. Verbraucherschützer raten außerdem von Verträgen mit Vorkasse ab.
Nur wenige Stromverbraucher kehren bei Preiserhöhungen dem angestammten Versorger den Rücken. Im Jahr 2009 taten das laut Bundesnetzagentur nur 4,7 Prozent. Dabei bringt der Wechsel Geld. Bei einer dreiköpfigen Familie mit 3500 Kilowattstunden (kWh) Jahresverbrauch sind bis zu 190 Euro im Jahr drin - Tarife mit Vorkasse nicht berücksichtigt.
Ein Beispiel: Bei Eon Mitte kostet der Komfort-Tarif bei einem Gesamtverbrauch von 3500 kWh kostet gegenwärtig 872 Euro im Jahr, ab Mai rund 903 Euro. Die Eon-Tochter "E wie Einfach" ist nach Berechnungen des Verbraucherportals Verivox gegenwärtig 41,49 Euro billiger, der Eon-Tarif "Strom Optimal" des Regionalversorgers ist gegenwärtig sogar 58,72 Euro günstiger. Er wird im Mai um knapp sieben Prozent teurer , bleibt aber trotzdem der niedrigste Eon-Tarif.
Auch regionale Anbieter wie die Städtischen Werke Kassel oder die Stadtwerke in Wolfhagen unterbieten Eon Mitte um bis zu gut 60 beziehungsweise 70 Euro im Jahr. (wll)
Eine Möglichkeit, um Stromanbieter zu vergleichen, sind Verbraucherportale im Internet:
www.verivox.de
www.toptarif.de



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