029.07.1029.07.10|Wirtschaft|
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Wolfsburg/Baunatal. Nachfrage-Boom in Westeuropa, in China sowie in Nord-und Südamerika, dazu reduzierte Produktionskosten, neue Modelle und positive Wechselkurseffekte – Europas größter Autobauer Volkswagen steht nach dem ersten Halbjahr 2010 glänzend da.

„Das Ergebnis des ersten Halbjahres hat unsere Erwartung deutlich übertroffen“, fasste VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn die Zahlen der Halbjahresbilanz zusammen. Das Ergebnis nach Steuern kletterte von 500 Millionen auf 1,82 Milliarden Euro. Damit hat sich der Nettogewinn nahezu vervierfacht. Der Umsatz stieg um ein Fünftel auf 61,8 Mrd. Euro. Die Zahl der ausgelieferten Autos stieg von 3,1 auf 3,6 Mio.
Volkswagen habe seine Position auf den Weltmärkten weiter ausbauen können. Die Aktie des Autobauers stieg im Laufe des Tages um 3,05 Prozent auf 80,99 Euro. Analysten sagten, die Aktie verdiene es, weiter zu steigen. Sie hatten mit weniger Umsatz und einem geringeren operativen Ergebnis gerechnet.
Treiber der Erfolgsgeschichte ist der Verkaufserfolg in China. Allein dort wurden 951 000 Fahrzeuge ausgeliefert – 56 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Von diesem China-Effekt profitiert auch das VW-Komponentenwerk in Baunatal. Um den Absatz zu befriedigen wurden im ersten Halbjahr 1,774 Mio. Getriebe gebaut. Ein Rekordwert – 2008 waren es 1,52 Mio. Bereits heute arbeiten 900 der 6000 Getriebebauer und Gießereimitarbeiter für China, sagte Werkleiter Hans-Helmut Becker unlängst.
Durch die Erfolgsfahrt stieg der weltweite Marktanteil von VW auf 11,7 (11,6) Prozent. Sichtbar wird dies auf der Straße an den Marken Volkswagen (plus 17,5 Prozent), Audi (16,4 Prozent), Skoda (13,7 Prozent) und auch Seat. Letztere legte zwar um 17,7 Prozent zu, trug aber zum Gesamtergebnis einen Verlust von 157 Mio. Euro bei. Zu den Verlustbringern zählte mit 109 Mio. Euro auch Bentley. Die Nutzfahrzeugsparte steuerte zum Ergebnis 118 Mio. Euro und Scania 577 Mio. Euro bei.
Trotz der positiven Zahlen bleibt Winterkorn bei seiner vorsichtigen Prognose. Mitte Juni hatte er gesagt, dass Absatz und Gewinn des Vorjahres deutlich übertroffen werden. Das wurde nun bekräftigt. Zwar geht Winterkorn von einem Absatzrekord aus. Doch würden Umsatz und Gewinn im zweiten Halbjahr weniger rasant steigen. Foto: dpa
Von Martina Wewetzer
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07.02.12|Wirtschaft|3
