1609.02.10|Wirtschaft|15 KommentareFacebook
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Kassel. Eine neue Form des Marketings hebelt alte Kaufmannsweisheiten aus. Beim so genannten Demarketing ist der Kunde nicht König, sondern lästig.

© HNA/Köberich
Nicht alle Kunden sind gewollt: Mit Demarketing trennen sich Firmen von den unerwünschten.
Was hart klingt, ist ökonomisch. Denn mithilfe subtiler Methoden, versuchen Firmen beim Demarketing sich von unrentablen Kunden zu trennen. Diese modernen Strategien, die vor allem in der Mobilfunkbranche und im Versandhandel eingesetzt werden, bekommen auch Marketing-
„Demarketing setzt oft da an, wo sich mit einem Kunden nichts verdienen lässt. Es geht darum, den Kunden durch gezielte Aktivitäten zur Aufgabe einer Geschäftsbeziehung zu motivieren“, sagt Marketingexperte Prof. Dr. Andreas Mann. In der Praxis sieht das beispielsweise so aus: Eine Person, die häufig viel beim Versandhandel bestellt aber das meiste wieder zurückschickt, bekommt plötzlich falsche Ware geschickt. Oder ihr wird vom Kundenservice ausgerichtet, dass die Ware nicht mehr am Lager ist.
„Das geht soweit, dass versucht wird, den aus Unternehmenssicht unattraktiven Kunden zum Mitbewerber zu locken. So nach dem Motto: Bitte geh und schädige die Konkurrenz“, sagt Mann.
Der Leiter des Dialog Marketing Center der Universität Kassel erklärt die ökonomischen Beweggründe für dieses Vorgehen. Unternehmen seien an hoher Rendite interessiert und dabei könne das Einkaufs-
Mit ähnlichen Problemen ist die Mobilfunkbranche konfrontiert: Kunden mit schlechter Zahlungsmoral oder solche, die mit alten Flatrate-
Beim Demarketing ist trotz allem Fingerspitzengefühl gefragt. „Die durch Demarketing entstehende Unzufriedenheit darf sich nicht in einem negativen Image am Markt niederschlagen, das sich beispielsweise über negative Berichte in Internet-
Von Bastian Ludwig