Kassel. Was verdient ein Zeitarbeiter und welche Rechte hat er überhaupt? Wir haben die wichtigsten Fragen zum Thema Zeitarbeit zusammengestellt.
Mit wem schließt der Zeitarbeiter den Arbeitsvertrag?
Zeitarbeitnehmer unterschreiben ihren Vertrag bei der Zeitarbeitsagentur. Dabei gelten die normalen arbeitsrechtlichen Bedingungen, an die sich jedes Arbeitsverhältnis in Deutschland halten muss. Der Unterschied besteht darin, dass der Arbeitnehmer nicht bei seinem Arbeitgeber, sondern in den Betrieben arbeitet, an die ihn sein Chef verleiht (Leiharbeiter).
Wer ist in diesem Arbeitsverhältnis der Chef?
Bei der Zeitarbeitsfirma ist der Arbeitnehmer fest angestellt. Von dieser Firma bekommt er seinen Lohn. Zeitarbeitnehmer unterschreiben ihren Arbeitsvertrag immer bei der Zeitarbeitsagentur. Angewiesen werden sie aber von den Chefs der Betriebe. Sie haben quasi zwei Chefs.
Wie steht es mit der sozialen Absicherung?
Alle üblichen arbeits- und sozialrechtlichen Vorschriften eines normalen Arbeitsverhältnisses wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsanspruch, Arbeitsschutz, Schwerbehinderten- und Mutterschutz sowie Kündigungsfristen gelten auch in der Zeitarbeit. Außerdem beteiligt sich der Arbeitgeber an der Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung und meldet seine Mitarbeiter bei der Unfallversicherung an. Da die Arbeitnehmerüberlassung genehmigungspflichtig ist, überwachen die Arbeitsbehörden die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen.
Fast alle Zeitarbeiter werden nach Tarif bezahlt, sagt Miachel Wehran, Pressesprecher des Bundesverbands Zeitarbeit (bza). Im Juni gab es laut Verband bundesweit 826.000 Zeitarbeiter. Bezahlt wird nach Eingruppierung in neun verschiedene Entgeltgruppen. Die Stundenlöhne reichen von 7,60 Euro bis 17,11 Euro brutto. Die Entgelte sind je nach Aufgabe.
Was passiert, wenn das entleihende Unternehmen den Zeitarbeiter übernehmen will?
Es gilt das gleiche wie bei jedem anderen Arbeitsplatzwechsel auch. Der Arbeitnehmer kündigt den alten Vertrag mit dem Zeitarbeitsunternehmen. Nach Ablauf der Kündigungsfrist kann er beim neuen Chef anfangen.
Was ist, wenn die Zeitarbeitsfirma keinen Job hat?
Das Risiko trägt das Zeitarbeitsunternehmen. Das bedeutet: Wer Ihre Erfahrung Es gibt mehr als 7500 Zeitarbeitsunternehmen. Sind Sie selbst Leiharbeiter, mailen Sie uns Ihre Erfahrungen. Ihre Angaben werden vertraulich behandelt, bei einer Veröffentlichung wird Ihr Name nicht genannt. Bitte nennen Sie uns aber für Rückfragen Ihre Telefonnummer. Schicken Sie ihre Mail bitte an: wirtschaftsredaktion@hna.de
Wenn das Unternehmen belegen kann, dass es alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um einen neuen Job zu finden, droht die betriebsbedingte Kündigung. Betriebe können den Arbeitskräftebedarf binnen einer Woche kündigen. Es gibt aber auch Verträge, die einzig an ein Unternehmen für eine bestimmte Zeit gekoppelt sind. Läuft der Vertrag aus, ist der Zeitarbeiter arbeitslos.
Muss man als Zeitarbeiter jeden Job annehmen?
Die Angst, als Akademiker Spargel stechen zu müssen, ist meist unbegründet. Zum einen differenzieren die tariflichen Entgelttabellen nicht nur die Höhe des Gehalts (ein Akademiker wäre auch als Zeitarbeiter zu teuer, Stichwort: Entgelttabelle), sondern grenzen auch mögliche Einsatzgebiete ab.
Probleme könnten auftreten, wenn das Unternehmen, an das der Mitarbeiter entliehen wurde, diesen für Tätigkeiten einsetzt, die ihm aufgrund seiner höheren Qualifikation nicht zuzumuten sind. In solchen Fällen muss der Arbeitnehmer mit dem Zeitarbeitsunternehmen sprechen.
Wie groß darf das Einsatzgebiet bei Zeitarbeitern überhaupt sein? Wie in jedem anderen Arbeitsverhältnis richtet sich das Einsatzgebiet nach den Vereinbarungen im jeweiligen Arbeitsvertrag.
Von Martina Wewetzer
Rubriklistenbild: © dpa Symbolbild


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