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Bio- und Klimagasangebote sind oft günster als die Preise konventioneller Versorger

Grüne Tarife im Kommen

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Kassel / Göttingen. Der Trend zur Umweltfreundlichkeit hat den Strom- und Gasmarkt erreicht. Nach einer Studie des unabhängigen Verbraucherportals toptarif.de sind Biogas- und Klimatarife auf dem Vormarsch. In größeren Städten können Verbraucher inzwischen unter bis zu zehn Anbietern wählen. Und: Diese sind häufig günstiger als die Lieferanten konventionell erzeugten Gases.

Gut für Umweltbewusstsein und Geldbeutel: Ökotarife bei Gas können mit den konventionellen Angeboten mithalten oder sind sogar günstiger. Foto: dpa

Gut für Umweltbewusstsein und Geldbeutel: Ökotarife bei Gas können mit den konventionellen Angeboten mithalten oder sind sogar günstiger. Foto: dpa

So bezahlt ein Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden (kWh) Gas im Jahr im Durchschnitt 1213 Euro, wenn er den günstigsten konventionellen Tarif seines örtlichen Versorgers nutzt. Wer auf Biogas- oder Klimaangebote zurückgreift, muss nach den toptarif-Berechnungen im Durchschnitt 121 Euro weniger pro Jahr überweisen.

toptarif.de hatte die Angebote in 100 Städten unter die Lupe genommen Danach liegt etwa in Göttingen die Ersparnis bei 67 Euro. Aber auch viele andere Orte in der Region haben Zugang zum „grünen Gas“.

Für Haushalte, die noch nie umgestiegen sind, kann die Ersparnis sogar bis zu 268 Euro im Jahr ausmachen, errechnete toptarif. Denn noch immer beziehen drei von vier Haushalten ihr Gas zum Preis der gesetzlichen Grundversorgung – und der ist in der Regel teurer als Sondertarife des selben Versorgers.

Doch „zwischen den einzelnen Angeboten am Markt gibt es erhebliche Unterschiede“, sagt Thorsten Boh, Energieexperte bei toptarif. So wird bei Klimatarifen etwa normales Erdgas verkauft. Der anfallende Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) wird aber durch Investitionen in Klimaschutzprojekte ausgeglichen, die CO2-Emissionen mindern. So haben etwa die Stadtwerke Kassel seit Jahresbeginn alle Tarifkunden auf CO2-neutrales Gas umgestellt, ohne Aufpreis, wie das Unternehmen betont.

Bei Biogasprodukten wird hingegen Biomethan, das oft aus der Region kommt, mit konventionellem Erdgas gemischt. Die Bioquote liegt meist zwischen fünf und zehn Prozent. Der Vorteil des „grünen“ Gases: Es wird in heimischen Anlagen hergestellt und speist sich aus biologischen Reststoffen.

Auch beim Strom halten Ökotarife dem Vergleich stand. Bei einem Verbrauch von 4000 kWh im Jahr, das entspricht dem Bedarf einer vierköpfigen Familie, sind sie durchschnittlich 95 Euro billiger als das günstigste Angebot des örtlichen Grundversorgers, errechnete das Verbraucherportal Verivox. Im Vergleich zum Grundversorgungstarif von durchschnittlich 950 Euro schneiden sie sogar 163 Euro günstiger ab.

Doch wie beim Gas ist auch beim Strom die gelieferte Energie nicht unbedingt Natur pur. So wird etwa Naturstrom eingekauft, im Haushalt des Verbrauchers kommt aber physisch ein Mix an, zu dem auch Atomenergie oder Strom aus Kohlekraftwerken gehören. In Kassel werden zum Beispiel alle 100 000 Haushalte mit Naturstrom versorgt. Ein großer Teil davon stammt aus skandinavischen Wasserkraftwerken. www.toptarif.de www.verivox.de

Von Barbara Will

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