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Unmut über Leiharbeit wächst – Strengere Regeln gegen schwarze Schafe gefordert

Unmut über Leiharbeit wächst – Strengere Regeln gegen schwarze Schafe gefordert

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Kassel. Die Zeitarbeitsbranche nutzt in Deutschland nach Ansicht eines Insiders zahlreiche Tricks im Umgang mit ihren Mitarbeitern, die an andere Firmen ausgeliehen werden.

Es gebe nicht nur einige schwarze Schafe, sondern systematisch genutzte Methoden, sagte Marcus Schulz, Deutschland-Chef des Zeitarbeitsunternehmens USG People in der „Wirtschaftswoche“. Er verlangte klarere Regelungen und einen Selbstreinigungsprozess der Branche.

Ihre Erfahrung

Es gibt über 7500 Zeitarbeitsunternehmen. Sind Sie selbst Leiharbeiter, mailen Sie uns Ihre Erfahrungen. Ihre Angaben werden vertraulich behandelt, bei einer Veröffentlichung wird Ihr Name nicht genannt. Bitte nennen Sie uns aber für Rückfragen Ihre Telefonnummer. Schicken Sie ihre Mail bitte an: wirtschaftsredaktion@hna.de

Schwarze Schafe kann die IG-Metall Nordhessen in der Region nicht benennen, aber eine heile Welt gebe es auch nicht. So würden Löhne nicht erhöht, obwohl sie zum 1. Juli um maximal 30 Cent pro Sunde gestiegen sind. „Argumentiert wird mit den fadenscheinigsten Gründen – etwa: Sie hatten schon vorher mehr, das wird nun angerechnet“, plaudert Christine Brodde aus der Praxis. Sie ist als Gewerkschaftssekretärin der IG-Metall Nordhessen zuständig für das Thema Leiharbeit.

Damit nicht genug: Es gibt Abstriche bei Schichtzulagen, weil es der Vertrag von Arbeitnehmer und Leihfirma so vorsieht. Oder qualifiziertes Personal wird über die Leihfirma langfristig an ein Unternehmen verliehen, Chancen zu einem anderen Partner der Leihfirma zu wechseln – etwa mit höheren Entgelten – werden den Beschäftigten nicht ermöglicht.

Es sind nur einige Beispiele aus der Praxis, die Brodde auflistet. Es ist ein schwieriges Terrain, selbst für Gewerkschaften. Meist seien es Einzelfälle, da viele Leiharbeiter froh seien, überhaupt einen Job zu haben, obwohl sie meist gut qualifiziert seien. Deutliche Töne schlug der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel an: Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie verstießen mit der massenhaften Einstellung von Leiharbeitern gegen den „Geist des Krisenpaktes“ in der zentralen deutschen Industriebranche.

Dies sei unter anderem am schwunghaften Anstieg der offenen Leiharbeitsstellen bei den Arbeitsagenturen abzulesen. „Es ist klar zu erkennen, dass die Arbeitgeber in den Betrieben eine zweite Niedriglohnlinie etablieren wollen“, erklärte Wetzel. Die IG-Metall will im Herbst Leiharbeit zum Thema machen. (mwe/dpa)

Wer wissen will, welche Unternehmen Mitglied der großen Branchenverbände sind, findet diese Betriebe im Internet auf: •  www.ig-zeitarbeit.de/ueber-uns/mitgliedsfirmen • www.bza.de/305.html • www.amp-info.de/Mitgliederverzeichnis-oeffentlich.36.0.html?&no_cache=1

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