Kassel. Die IG Metall (IGM) ist als klare Siegerin der Betriebsratswahlen im Kasseler Lkw-Achsenwerk des Daimler-Konzerns hervorgegangen. 1817 der 2411 Wähler gaben ihre Stimme der IGM-Liste, die der Betriebsratsvorsitzende Dieter Seidel und sein Stellvertreter Robert Heimrich anführten.
Sie sollen in der konstituierenden Sitzung des neuen Betriebsrates in der kommenden Woche im Amt bestätigt werden. Im neuen Betriebsrat stellt die IGM 17 der 21 Mandate. Die Alternativen Metaller, die bislang mit sechs Mitgliedern in dem Gremium vertreten waren, fielen auf vier Sitze zurück. Die erstmals angetretene Liste „Die Perspektive“ verfehlte den Einzug in den Betriebsrat. Die Wahlbeteiligung lag bei fast 84,4 (2006: 74,9) Prozent.
Die amtierende, alte Arbeitnehmervertretung hat noch 23 Mitglieder. Weil die Belegeschaft in den vergangenen Wochen unter die Marke von 3000 gerutscht ist, verringert sich die Zahl der Mitglieder auf 21. Davon werden fünf freigestellt.
Seidel wertete die hohe Wahlbeteiligung als Beleg dafür, dass „der Daimler-Belegschaft kompetente Betriebsräte wichtiger sind denn je“. Das gute Abschneiden der IGM sei für ihn Vertrauenbeweis und Ansporn zugleich.
Der 53-jährige arbeitet seit 38 Jahren bei Daimler, wurde 1978 erstmals in die Arbeitnehmervertretung gewählt und ist seit 2002 deren Vorsitzender. Der durchsetzungsstarke Pragmatiker ist für seine Ausdauer und Hartnäckigkeit bekannt. Markige Sprüche sind ihm fremd. Er setzt auf die Kraft der stichhaltigen Argumente.
Einen langen Atem beweist Seidel nicht nur in zähen Verhandlungen mit dem Werksmanagement, sondern auch im Sport. Neun Marathons ist er bislang gelaufen und eine Vielzahl von Halbmarathons. „Beim Joggen kann ich super abschalten“, sagt der gelernte Werkzeugmacher, der seit vielen Jahren mit seiner Lebensgefährtin zusammenlebt. Und wenn der Vater eines Sohnes seinen Ausgleich nicht im Laufen sucht, dann fährt er Rennrad oder rackert sich im Fitnessstudio ab.
Da bleibt kaum Zeit für andere Aktivitäten, zumal ihn auch die Arbeit in der Tarif- und Verhandlungskommission der IG-Metall-Mittelgruppe (Hessen/Thüringen/Rheinland-Pfalz) zuweilen stark bindet. Seidel ist zwar Mitglied der SPD bezeichnet sich aber selbst als „Karteileiche“.
Von José Pinto



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