Fire TV

Amazon präsentiert Video-Streaming-Gerät

+
So sieht das neue Gerät aus. Es kann in HD-Geräte eingesteckt werden.

München - Nach Apple und Google bringt jetzt auch der US-Onlineriese Amazon ein Gerät auf den Markt, das Internet-Inhalte auf den heimischen Fernseher bringt.

Das am Mittwoch in New York präsentierte Kästchen namens Fire TV wird in den Fernseher eingestöpselt und lässt sich unter anderem zum Filmschauen, Musikhören und Spielen verwenden. Gegen die Konkurrenz will Amazon mit schneller Rechengeschwindigkeit und umfangreichen Inhalten punkten.

Fire TV ist etwa handtellergroß und wird an der HDMI-Schnittstelle des Fernsehers angeschlossen. Das Gerät lässt sich mit einer Fernbedienung sowie per Sprachbefehl steuern. Nutzer können nach Angaben des Unternehmens nicht nur die Inhalte des eigenen Streaming-Dienstes Amazon Prime sehen, sondern auch Filme und Serien von Konkurrenzanbietern wie Netflix. Auch das Abspielen von Musik und das Ansehen von Fotos sind möglich.

Die Box soll aus dem Nutzerverhalten die Inhalte voraussagen können, die der Kunde verwenden will, und diese bereitstellen. Eltern können außerdem Einstellungen vornehmen, damit ihre Kinder Fire TV nicht zu lange nutzen und nur jugendfreie Inhalte zu sehen bekommen.

In den USA ist die Box für 99 Dollar (rund 72 Euro) erhältlich. Zusätzlich bietet Amazon einen Controller für Videospiele an, der 39,99 Dollar kostet. Damit können die Nutzer ihren Fernseher in eine Videospielkonsole verwandeln. "Winzige Box, riesige Spezifikationen, haufenweise Inhalte, unglaublicher Preis", beschrieb Amazon-Gründer Jeff Bezos Fire TV. Amazon Deutschland machte zunächst keine Angaben über eine mögliche Markteinführung hierzulande.

Mit dem Gerät sagt Amazon unter anderem Googles Chromecast-Stick, Apple TV und der Box des Anbieters Roku Konkurrenz machen. Preislich liegt Fire TV gleichauf mit Apple TV, Chromecast ist mit 35 Dollar deutlich billiger, Roku liegt je nach Ausstattung dazwischen.

Die Nutzung der Konkurrenzgeräte sei "zu frustrierend", erklärte der zuständige Amazon-Manager Peter Larsen - oft dauere es lange, bis ein Film geladen sei, oder die Wiedergabe sei ruckelig. Diesen Frust will Amazon nutzen: Fire TV hat den Angaben zufolge eine dreimal so hohe Rechenleistung und einen viermal so großen Speicher wie die Konkurrenz.

Es ist das zweite Mal nach dem E-Book-Reader Kindle, dass Amazon selbst ein Gerät auf den Markt bringt. Der Konzern will mit der Technik selbst keine Gewinne erzielen, sondern setzt auf die Einnahmen aus den dazugehörigen Angeboten, etwa dem Streaming-Dienst. Hier hatte Amazon zuletzt sein Portfolio deutlich ausgebaut. Das Unternehmen sicherte sich unter anderem die Rechte an den bekannten TV-Serien "24" und "Downtown Abbey". Ähnlich wie Konkurrent Netflix produziert Amazon zudem inzwischen selbst Fernsehserien.

Unterdessen scheint der Name Fire TV etwa unglücklich gewählt: Die Internet-Adresse firetv.com führt auf eine Erotik-Seite.

AFP

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.