Apple mit neuen iPhones, Riesen-iPad und Fernseh-Apps

Apple stellt die neuen iPhones 6S und 6S Plus in San Francisco vor. Sie sollen an den Erfolg ihrer Vorgänger anschließen. Foto: Monica Davey
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Apple stellt die neuen iPhones 6S und 6S Plus in San Francisco vor. Sie sollen an den Erfolg ihrer Vorgänger anschließen. Foto: Monica Davey
Mit dem neuem iPad Pro greift Apple das Surface-Konzept seines Konkurrenten ab: Auf dem Gerät lassen sich die Office-Apps von Microsoft verwenden. Foto: Monica Davey
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Mit dem neuem iPad Pro greift Apple das Surface-Konzept seines Konkurrenten ab: Auf dem Gerät lassen sich die Office-Apps von Microsoft verwenden. Foto: Monica Davey
Das iPad Pro hat eine Bildschirmdiagonale von 12,9 Zoll und ist damit deutlich größer als die bisherige iPad-Generation. Foto: Christoph Dernbach
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Das iPad Pro hat eine Bildschirmdiagonale von 12,9 Zoll und ist damit deutlich größer als die bisherige iPad-Generation. Foto: Christoph Dernbach
In San Francisco präsentierte der Apple-CEO Tim Cook auch die neue Apple Watch. In der Uhr steckt vor allem eine verbesserte Software. Foto: Monica Davey
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In San Francisco präsentierte der Apple-CEO Tim Cook auch die neue Apple Watch. In der Uhr steckt vor allem eine verbesserte Software. Foto: Monica Davey
Multi-Media-Talent: Die Apple TV-Box bringt Fernsehsendungen, Filme und Spiele auf den Bildschirm. Auch Musik-Programme lassen sich über das Gerät steuern. Foto: Monica Davey
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Multi-Media-Talent: Die Apple TV-Box bringt Fernsehsendungen, Filme und Spiele auf den Bildschirm. Auch Musik-Programme lassen sich über das Gerät steuern. Foto: Monica Davey
Trotz seines großen Displays wiegt das in Blau-Grau, Silber und Gold erhältliche iPad Pro nur gut 700 Gramm. Foto: Apple
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Trotz seines großen Displays wiegt das in Blau-Grau, Silber und Gold erhältliche iPad Pro nur gut 700 Gramm. Foto: Apple
Die neue 3D-Touch-Funktion beim iPhone 6S und 6S Plus erlaubt etwa das Aufrufen von Kontextmenüs durch stärkeren Druck aufs Display. Foto: Apple
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Die neue 3D-Touch-Funktion beim iPhone 6S und 6S Plus erlaubt etwa das Aufrufen von Kontextmenüs durch stärkeren Druck aufs Display. Foto: Apple
Die Apple-TV-Box soll nicht nur TV-Sendungen und Filme streamen, sondern über die mit Sensoren gespickte Controller-Fernbedienung auch zum Spielen taugen. Foto: Apple
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Die Apple-TV-Box soll nicht nur TV-Sendungen und Filme streamen, sondern über die mit Sensoren gespickte Controller-Fernbedienung auch zum Spielen taugen. Foto: Apple

Wenn Apple neue iPhones präsentiert, ist die Aufmerksamkeit groß. Kein anderes Technologie-Unternehmen hat in den vergangenen 20 Jahren so stetig Trends gesetzt wie Apple. Das Event in San Francisco ging diesmal weit über die Präsentation neuer iPhones hinaus.

San Francisco (dpa) - Gut 6000 Zuschauer Journalisten: Die Präsentation der neuen iPhones von Apple im Bill Graham Civic Auditorium in San Francisco stellte jüngste Auftritte von US-Präsident Barack Obama in der Westküsten-Metropole in den Schatten.

Apple-Chef Tim Cook und sein Team hatten nicht nur verbesserte Modelle des Smartphones zu verkünden, sondern nicht weniger als das "Fundament für ein neues TV". So verkaufte zumindest Cook die sprachgesteuerte Neu-Auflage der Fernseh-Box Apple TV. Ein riesiges iPad Pro und neue Modelle der Apple Watch rundeten das Programm ab.

Das iPhone ist das mit Abstand wichtigste Produkt von Apple. Es bringt knapp zwei Drittel des Umsatzes und ist die Geldmaschine hinter den Milliarden-Gewinnen. Vor einem Jahr traf der Konzern mit dem großen iPhone 6 und dem noch größeren iPhone 6 Plus ins Schwarze. Insbesondere in China erwiesen sich die Geräte als Verkaufsknüller.

Damit die Erfolgsgeschichte nicht abreißt, führt Apple interessante Innovationen ein: Das Display kann nun mit "3D Touch" zwischen verschiedenen Druckbewegungen der Finger unterscheiden. Drückt man kurz und heftig ein Icon auf dem Bildschirm, klappt ein Kontext-Menü für einem Schnellzugriff auf besonders häufig gebrauchte Funktionen aus. PC-Anwender kennen diese Funktion, wenn sie mit der rechten Maustaste auf ihrem Rechner ein Kontextmenü aufrufen. In der Nachrichten-App kann man mit diesem Fingerdruck auf eine übermittelte Uhrzeit im Kalender nachschauen, ob man zu diesem Zeitpunkt schon was vorhat. Ein Druck auf eine Flugnummer zeigt, ob der Flieger pünktlich ist.

Weiterhin rüstet Apple bei der Hardware auf und spendiert den beiden Kameras im iPhone mehr Pixel. Außerdem mutieren einzelne Fotoschnappschüsse zu Minivideos, weil die Szene vor und nach dem Druck auf den Auslöser jeweils 1,5 Sekunden lang gefilmt wird. Der verbaute A9-Chip ist nach Angaben von Apple 70 Prozent schneller als der A8 beim Hauptprozessor und 90 Prozent flotter bei der Grafik. Die zusätzliche Rechenpower können vor allem Spiele gut vertragen, die sich immer stärker dem Niveau ausgewachsener Konsolen-Games nähern.

Den Absatzerfolg des iPhones könnte auch maßgeblich ein neues Vertriebsmodell beeinflussen, das Marketing-Chef Phil Schiller ankündigte. Bislang wechseln viele iPhone-Besitzer alle zwei Jahre ihr Smartphone, weil sie bei ihrer Telefongesellschaft einen Vertrag unterschrieben haben, der alle 24 Monate einen subventionierten Bezug eines neuen Modells ermöglicht. Apple wird zunächst nur in den Apple Stores in den USA eine Art iPhone-Abo ab 32 Dollar im Monat anbieten, bei dem der Vertrag zwar auch mindestens zwei Jahre läuft, die Hardware aber jedes Jahr auf den aktuellen Stand gebracht wird.

Das Apple-Universum dreht sich aber nicht alleine um das iPhone. Cook und sein Team verbrachten über die Hälfte der Zeit damit, andere neue Produkte anzupreisen. Dahinter steckt der strategische Ansatz, sich von der Abhängigkeit vom Markterfolg des iPhones etwas zu befreien. Mit einem fast 13 Zoll großen iPad Pro versucht Apple, den schwächelnden Absatz der Tablet Computer zu reanimieren. Die Kombination mit einer andockbaren Tastatur und einem Stift (Apple Pencil) erinnert stark an den Tablet/PC-Hybrid Surface von Microsoft.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang war der Gast-Auftritt von Microsoft-Manager Kirk Konigsbauer bei der iPad-Pro-Präsentation. In den Zeiten von Steve Ballmer an der Spitze von Microsoft hätten die Verantwortlichen des Windows-Konzerns vermutlich schmollend in der Ecke gesessen und sich darüber beklagt, dass ein von ihnen entwickeltes Konzept (Surface) erst dann zum Hype-Thema wird, wenn Apple sich der Sache annimmt. In der Ära von Ballmer-Nachfolger Satya Nadella schickt Microsoft jedoch einen Produktverantwortlichen zu Apple auf die Bühne, um vorzuführen, wie gut sich die Office-Apps von Microsoft auf dem neuen iPad Pro machen. Man kann dies als weiteres Zeichen für den Wandel des Windows-Riesen interpretieren. Die Strategie ist, Microsoft-Dienste auf alle Plattformen zu bringen.

Apple verfolgt letztlich einen ähnlichen Ansatz. Ausgangspunkt ist hier allerdings nicht der PC, sondern das iPhone mit dem äußerst erfolgreichen App-Store und der Sprachsteuerung Siri, die von Monat zu Monat besser wird. Die Kombination von Apps und Siri soll nun den Fernsehmarkt umkrempeln. Apple verzichtet dabei darauf, selbst flache TV-Bildschirme zu produzieren, sondern fokussiert sich auf die kleine schwarze Box Apple TV, die an den Bildschirm von Samsung, LG, Sony oder anderen angeschlossen wird.

Über die Fernbedienung kann man via Siri beispielsweise den Befehl absetzen, sich Filme für Kinder vorschlagen zu lassen. Und wenn man dann ein "Aber nur die besten" hinterherschickt, filtert Apple TV die Streifen aus, die bei Kritikern durchgefallen waren. Apple TV kennt auch Regisseure und Schauspieler, die bei Filmen oder TV-Serien aktiv gewesen sind, und andere Meta-Daten und kann sie miteinander kombinieren. So zaubert Siri nach dem Befehl "Zeige mir James-Bond-Filme mit Sean Connery" die entsprechende Auswahl auf den Bildschirm. Ähnlich geht bereits Amazon bei seiner Box Fire TV vor.

Ob Apple tatsächlich den TV-Markt revolutionieren kann, bleibt abzuwarten. Zwar haben wichtige Bezahlsender und Streaming-Dienste wie Netflix, Hulu und HBO in den USA Apps für Apple TV. Die großen TV-Sender und Kabelgesellschaften halten sich jedoch bisher zurück, so dass selbst in USA ein Komplett-Umstieg auf die schwarze TV-Box für viele Zuschauer nicht in Frage kommen wird. Apple TV könnte allerdings in so manchem Haushalt Spielekonsolen wie die Wii von Nintendo von der HDMI-Schnittstelle der Fernseher verdrängen. Zahlreiche Game-Hersteller haben bereits angekündigt, ihre Spiele über Apples Plattform ins Wohnzimmer bringen zu wollen.

Technische Daten der neuen iPhones

Technische Daten des iPad Pro

Technische Daten von Apple TV

iPad Pro: Zum iPad gehört ein über Bluetooth angebundener Apple Pencil. Er muss wie die ebenfalls verfügbare Cover-Anstecktastatur Smart Keyboard separat gekauft werden. Ein neuer A9X-Prozessor soll das neue iPad zum schnellsten iOS-Gerät machen. An Funkmodulen stecken ac-WLAN mit MIMO-Unterstützung und optional LTE in dem knapp sieben Millimeter dicken und rund 710 Gramm schweren Tablet. Das Display löst mit 2732 mal 2048 Bildpunkten auf.

iPhones: Auch die neuen iPhones 6S und 6S Plus bekommen mit dem A9-Chip eine neue, schnellere CPU. Während die Displaygrößen mit 4,7 und 5,5 Zoll unangetastet bleiben, setzt Apple auf ein stabileres Aluminium (7000er) für die gut sieben Millimeter dicken Gehäuse sowie auf eine neue Zwölf-Megapixel-Kamera. Diese kann nun auch 4K-Videos aufnehmen und bietet eine neue Funktion namens Live Photos, die statt nur Bilder Mini-Clips der Aufnahmesituation zeigt. Die Auflösung der Frontkamera, die nun bei Selfies die Displaybeleuchtung hochregeln kann, um Gesichter aufzuhellen, steigt auf fünf Megapixel. Mit 143 Gramm (6S) und 192 Gramm (6S Plus) sind die neuen iPhones schwerer als ihre Vorgänger (129 und 172 Gramm).

Apple TV: Eine verglaste Touchoberfläche und integrierte Beschleunigungs- und Gyrosensoren sollen die Fernbedienung der Streaming-Box zum Controller für Spiele machen. Mit dem A8-Chip steckt der Prozessor der iPhone-6-Modelle in der TV-Box.

Apple Watch: Die Uhr kommt mit neuen Gehäusen und Armbändern und erhält ein Betriebssystem-Update (watchOS2), das unter anderem neue Ziffernblätter bietet sowie die Möglichkeit, etwa per Diktierfunktion schnell auf Mails zu antworten.

Markstart für das iPad Pro in Silber, Gold und Blau-Grau soll im November zu einem noch ungenannten Preis sein. Die neuen iPhones sind ab dem 25. September zusätzlich im neuen Farbton Rosa-Gold erhältlich und werden teurer: Für das günstigste 6S mit 16 Gigabyte (GB) Speicher werden 739 Euro fällig, der 6S-Plus-Einstig mit 16 GB kostet 849 Euro. Auf allen mobilen Geräten ist dann bereits das neue iOS 9 vorinstalliert. Apple TV soll ab Ende Oktober mit 32 oder 64 GB verfügbar sein. Preise nannte Apple noch nicht.

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