In Indien produziert

Nur drei Euro: Das ist das billigste Smartphone der Welt

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Mitarbeiter des Herstellers Ringing Bells präsentierten am Mittwoch das Smartphone „Freedom 251“, das für umgerechnet knapp 3,30 Euro verkauft werden soll.

Neu Delhi – Es trägt den verheißungsvollen Namen "Freedom 251“. Für 251 indische Rupien, umgerechnet knapp 3,30 Euro, verspricht das billigste Smartphone der Welt die Freiheit des Internets.

"Träume werden wahr“, ist in Hindi auf dem Bildschirm des günstigsten Smartphones der Welt zu lesen.

Preiswerter als ein Kino-Ticket für einen Bollywood-Film: In Indien gibt es nun ein Smartphone für drei Euro. Produziert wird das „Freedom 251“, dessen Name sich von seinem Verkaufspreis (251 indische Rupien) und dem englischen Wort für Freiheit ableitet, von dem indischen Unternehmen Ringing Bells („läutende Glocken“), nach eigener Darstellung eines der am schnellsten wachsenden Smartphone-Unternehmen des Subkontinents. Nicht weniger als "eine innovative Lösung für ein besseres Morgen" verspricht der Hersteller des Billig-Smartphones. 

Das Gerät, das Ringing Bells am Mittwoch in Neu Delhi vorgestellt hat und über das Internet verkauft, soll den Menschen Zugang zu Nachrichten und Internet-Netzwerken bieten, die es sich bislang nicht leisten können, an der rasanten digitalen Entwicklung teilzuhaben.

Geldspritze der Regierung

„Ein historischer Moment in der Mobilfunkwelt“, wirbt die erst 2015 gegründete und kaum bekannte Firma in ganzseitigen Zeitungsanzeigen. Zur Vorstellung am Dienstag kam sogar ein Minister. Unterstützt wird der Smartphone-Produzent vom indischen Staat mit einer kräftigen Finanzspritze - nur so ist der Verkaufspreis bei Herstellungskosten von rund 20 Euro möglich.

Die verbaute Technik

Das „Freedom 251“ ist nach Herstellerangaben mit dem Betriebssystem Android 5.1 „Lollipop“ ausgerüstet und verfügt über ein 4-Zoll-Farbdisplay, einen Prozessor mit 1,3 Gigaherz sowie zwei Kameras: eine 3,2-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 0,3-Megapixel-Frontkamera.

Andere Billig-Technik scheiterte

Dabei ist aber noch nicht ausgemacht, dass das supergünstige Smartphone überhaupt ein Erfolg wird. Möglicherweise steht ihm dabei sogar sein Billig-Etikett im Weg. Dieses Schicksal traf den 2009 ebenfalls in Indien auf den Markt gebrachten Tata Nano. Das Mini-Auto, das für umgerechnet 1500 Euro zu haben war, floppte, weil Indiens Autokäufer zwar billig fahren, aber nicht billig aussehen möchten.

Auch ein von der indischen Regierung mitfinanziertes, nicht einmal 30 Euro teures Tablet namens „Aakash“ (deutsch: "Himmel") erwies sich als Ladenhüter. Zahlreiche Geräte ließen sich erst gar nicht anschalten, andere überhitzten schnell, blieben immer wieder hängen oder stürzten ab. „Beim Aakash war die Qualität nicht gerade gut - und heute hören wir vom ihm gar nichts mehr“, sagt Anil Chopra von der indischen Computerzeitschrift „PC Quest“. Ob das neue „Freedom 251“ also nun den Markt aufmische, bleibe abzuwarten.

Rund 220 Millionen Smartphones würden in Indien derzeit benutzt, der Subkontinent mit seinen rund 1,3 Milliarden Einwohnern ist der zweitgrößte Smartphone-Markt der Welt, analysieren die Marktforscher von Counterpoint Research. Das heißt aber auch: Mehr als eine Milliarde Inder haben noch kein Smartphone. „Die Erstnutzer werden das „Freedom 251“ testen, und wenn es ihnen nicht gefällt, werden sie zu ihren einfachen Mobiltelefonen zurückkehren“, sagt Tarun Pathak von Counterpoint. Extrem wichtig sei für Bauern und Handwerker zum Beispiel, dass die Batterie zehn Stunden durchhalte.

ja/dpa

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