Mit Kevin Spacey

Call of Duty Advanced Warfare im Test

Das neue Call of Duty: Advanced Warfare mit Hollywood Star Kevin Spacey setzt neue Maßstäbe im Genre der Ego Shooter. Zum Test des Spiels von Activision und Sledgehammer Games.

Call of Duty ist wieder da. Und besser als je zuvor. Mit einer Story, die viele Hollywood-Blockbuster alt aussehen lässt, neuen Waffen und vor allem neuen, extrem coolen Technologien, wie man sie in dieser Form noch in keinem Ego-Shooter gesehen hat. Wer fand, dass die Call-of-Duty-Reihe zuletzt wie ein jährliches Update und eher wenig innovativ daherkam, darf sich freuen: Advanced Warfare stellt alles in den Schatten, was es bislang an Ego Shootern gab.

Call of Duty: Advanced Warfare: Einzelspieler-Kampagne im Test

Fangen wir mit der Einzelspielerkampagne an, die in der Zukunft, im Jahr 2054: Advanced Warfare bietet einen richtigen Star auf, der dem Spiel ein unverwechselbares Gesicht gibt. Das ist nicht etwa die Hauptfigur Jack Mitchell, sondern Jonathan Irons, gespielt von Kevin Spacey. Irons ist der Boss eines privaten Militärdienstleisters namens Atlas und wird von Spacey ähnlich doppelgesichtig und machiavellistisch verkörpert wie dessen Charakter in der Hitserie "House of Cards", Frank Underwood. Atlas-Boss Irons verliert seinen Sohn Will bei einem US-Militäreinsatz in Südkorea. Will's Kumpel Mitchell verliert dabei seinen linken Arm. Nach diesen traumatischen Erlebnissen engagiert Irons des Kameraden seines gefallenen Sohnes für den Militärdienstleister Atlas - und schenkt ihm gleichzeitig einen neuen, bionisch verstärkten linken Arm. Atlas-Boss Irons will fortan der Welt beweisen, dass sein Konzern die Kriege und Krisen der Welt besser managen kann als jede Regierung. Nicht nur mit einem neuen linken Arm, sondern mit einem Exo-Suit, einer Art mechanischem Skelett, zieht Mitchell für Atlas ins Gefecht. Der Exo-Suit ist mit Sicherheit das coolste, neue Feature, das Advanced Warfare uns bietet. Dieser verleiht Mitchell nicht nur enorm verstärkte Körperkraft. Er ermöglicht uns auch, Riesensprünge hinzulegen, beim Fallen dem Sturz durch Turbinen abzubremsen. Damit nicht genug: Mit dem Exo-Suit kann unser Charakter sich sogar unsichtbar machen oder die Zeit verlangsamen. Diese neuen Features sind wirklich cool - und man kann gar nicht genug von der Supersprüngen und dem Ballern in Zeitlupe bekommen. Der Ego-Shooter-Dreiklang aus Laufen, Ducken und Schießen gehört der Vergangenheit an. Was ebenfalls stark ist: Mitchell bekommt einen Fangarm am Seil, der sich über den Arm abfeuern lässt. Damit kann man Gegner aus der Distanz lautlos erledigen. In einem Level hat man gar keinen Bock mehr darauf, alles kurz und klein zu ballern. So viel Spaß mach der Fangarm. Das gab es auch noch nicht: Ein Call-of-Duty-Level macht Laune, ohne dass man einen einzigen Schuss abfeuern will. Coole Gagets, die man ebenfalls erwähnen sollte, sind taktische Granaten, die Feinde hinter Wänden sichtbar machen und intelligente Granaten, die man in die Luft wirft und von selbst auf Feinde zufliegen.

Die futuristischen Waffen sehen sehr cool aus und bieten lässige bis bombastische Schussgeräusche. Und keine Angst: Niemand muss sich gleich als NRA-Sypathisant outen, wenn einem sowas gefällt. Es ist ja nur ein Spiel!

Was den Fortgang der Story angeht: Es hat wahrlich nichts mit Spoilern zu tun, wenn man andeutet, dass Kevin Spacey sich im Laufe der Geschichte zum Bösewicht entwickelt, dem Mitchell das Handwerk legen will. Bitte mal die Hand heben, wer nicht ahnen konnte, dass Spacey in diesem Spiel in Wahrheit den Schurken gibt! Ach, so wenige? Schau an!

Auch im neuen Call of Duty: Advanced Warfare kommen wir viel rum. Man kämpft nach dem Start in Seoul unter anderem in San Franciso, in Bagdad, in Griechenland oder in Alaska. Neben den Ego-Shooter-Leveln gibt es wieder Fahrzeugpassagen (im Kampfjet oder Flugbike) und man steuert einen Kampfroboter. Die Entwickler von Sledgehammer Games beweisen, dass sie es wirklich verstehen, einen schnellen Ego-Shooter zu inszenieren. Natürlich wird es wieder Meckerer geben, denen in diesem Spiel zu viel gescriptet ist und die über "Schlauchbootlevels" ihre Nase rümpfen. Denen möchte man sagen: Dann geht doch zu Irgend einem von diesen Obline-Rollenspielen. Da könnt Ihr Euer virtuelles Leben völlig frei mit anderen Nerds verbringen, die selten das Tageslicht erblicken. Wer Shooter mit epischen Materialschlachten will, bei denen es möglichst viel rummst, der ist beim neuen Call of Duty bestens aufgehoben. Einziger Kritikpunkt an der Story mal wieder: Mit gut fünf Stunden Spieldauer ist sie leider wieder zu kurz. Kleiner Hinweis an Activision: Es soll auf diesem Planeten auch Menschen geben, die einen Shooter nicht im Multiplayer zocken.

Hinzugekommen ist bei Advaced Warfare auch ein Upgrade-System, mit dem man seinen Soldaten verbessern kann. Indem man ihm etwa mehr Granaten mitgeben oder die Zielgeschwindigkeit erhöhen kann. Upgrade-Punkte gibt es für eingesammelte Laptops oder besondere Kills.

Was die Grafik angeht, so sind die gerenderten Zwischenfilme das Beste, was es derzeit auf dem Markt gibt. Die Spielgrafik sieht ebenfalls Klasse aus. Die Explosionen kommen wieder gewohnt bombastisch daher. Michael Bay lässt grüßen. Aber bekanntlich stehen Call-of-Duty-Fans ja auf möglichst effektvolle "Boah"-Momente. Damit spart auch Advanced Warfare nicht.

Call of Duty: Advanced Warfare: Der Mehrspieler-Modus im Test

Kommen wir nun zum Mehrspieler-Modus: Wegen dem kaufen sich ja viele ausschließlich die Call-of-Duty-Spiele. Und sie werden nicht enttäuscht. Die neuen Spielzeuge wie Supersprünge, taktische Granaten und Greifhaken bringen frischen Wind ins Mulitplayer-Geballere. Wer sieht, wie andere Gamer lässig in die Luft gehen und dabei einen Kill scoren, denkt sich sofort: Das will ich auch können! Darauf sind die Levels auch mit mehr Vertikalität ausgelegt. Aus der Fläche geht es in die Höhe und dann wieder runter.

Übrigens gibt es neben den futuristischen Knarren sogar einen Laser, der ebenfalls neuen Pep in die Online-Massenschlachten bringt. Auch tragbare Schilde, Geschwindigkeitsschübe oder Gesundheitsinjektionen würzen die Multiplayer-Levels. Mag sein, dass dies alles dem einen oder anderen Call-of-Duty-Puristen zu sehr in Richtung Science Fiction geht. Aber keine Angst: So wie ein Halo oder Crysis kommt Advanced Warfare noch lange nicht daher. Es bleibt schon noch ein Militär-Shooter.

Motivierend ist auch ein neues Versorgungssystem, das dem Spieler nach jedem Match per Zufall mit neuen Waffen oder Ausrüstungen versorgt. Wer Glück har kommt so auch mal an besonders effektive Elite-Ausrüstungen.

Neben den Mehrspieler-Levels gibt es wieder einen Koop-Modus. Zwar nicht mehr mit Zombies oder Aliens sondern "nur" mit menschlichen Gegnern. Aber auch dieser Modus ist extrem cool!

Fazit: Advanced Warfare ist das beste Spiel, das das Genre der Ego Shooter aktuell zu bieten hat. Die Einzelspieler Kampagne bietet eine geniale und Story mit Hammer-Effekten. Die nur leider viel zu kurz ist. Der Multiplayer-Modus wird die Fans bis zum Release des nächsten Call of Duty fesseln. Mindestens.

Call of Duty: Advanced Warfare ist für PC, Xbox One, PlayStation 4, Xbox 360 und PlayStation 3 erschienen. Preis: 40 bis 60 Euro. Altersfreigabe: Ab 18 Jahren.

fro

Rubriklistenbild: © Activision

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