Digitale PR-Offensive des CIA

US-Geheimdienst witzelt auf Twitter

Washington - Der US-Geheimdienst hat am Freitag seinen ersten eigenen Tweet in die Welt gesendet - und dabei jede Menge Humor bewiesen.

Jetzt nutzt die CIA auch offiziell den Kurznachrichtendienst Twitter sowie das soziale Netzwerk Facebook. Der US-Geheimdienst auf seinem Profil so dar: "Wir sind die erste Verteidigungslinie des Landes. Wir vollbringen, was andere nicht vollbringen und gehen dahin, wo andere nicht hingehen können." Nicht ganz klar ist dabei, ob es sich bei dieser Formulierung um Selbstironie oder nur um großes Selbstbewusstsein der Behörde handelt. 

Eindeutig selbstironisch ist allerdings der erste Tweet des Geheimdienstes zu verstehen: „Wir können weder bestätigen noch dementieren, dass dies unser erster Tweet ist“, heißt es im typischen Spionage-Sprech mit Anspielung auf die eigene restriktive Informationspolitik. Binnen Minuten wurde der Satz Zehntausende Male von anderen Nutzern weitergeleitet.

In wenigen Stunden bekam die Seite über 342.000 Follower. User JasonWSJ nutzte die Zahl der Twitterer, die die Behörde selbst abonniert hat, als Steilvorlage für einen sarkastischen Kommentar: "Ich bezweifle ernsthaft, dass die CIA nur 25 Leuten folgt."

CIA twittert kein brisantes Material

In ihrem zweiten Tweet deutete die Agenten-Behörde an, wie sie ihre neu erschlossenen Kommunikationsmitteln nutzen will: "Danke für das Willkommen auf Twitter", war zu lesen. "Wir freuen uns darauf, tolle unverschlüsselte Informationen mit Euch zu teilen."

Auf die Veröffentlichung von brisantem Material hofft man also umsonst. Stattdessen sollen so die - ohnehin schon rar gesäten - Pressemitteilungen des Geheimdiensts sowie Informationen zu Karrieremöglichkeiten bei der CIA verbreitet werden. Außerdem wird man Dokumente zu historischen Spionageoperationen, die inzwischen nicht mehr der Geheimhaltung unterliegen, hochladen, sowie Bilder von Exponaten aus dem CIA-Museum, das angepriesen wird als "das einzige Museum, das die meisten Menschen niemals betreten werden". Der Zutritt zum Archiv ist der breiten Öffentlichkeit nämlich verboten.

Digitale PR-Offensive des CIA

Auch auf Facebook ist der Geheimdienst jetzt zu finden. Dort fiel die Premiere allerdings etwas seriöser aus: Man gedachte der gefallenen US-Soldaten während der Alliierten-Landung in der Normandie vor exakt 70 Jahren. Über 13.000 "Fans" sammelte die Seite in ihren ersten Stunden.

Das CIA bespielt seit einiger Zeit schon die Online-Fotoplattform Flickr und das Videoportal YouTube, nun ergänzen also auch die beiden reichweitenstärksten sozialen Netzwerke die Kommunikationsoffensive. CIA-Direktor John Brennen beschrieb das Motiv der Strategie mit den Worten, sein Dienst wolle einen "direkteren Draht zur Öffentlichkeit und Informationen zum Auftrag der CIA und ihrer Geschichte bieten".

"Jetzt merkt man erstmals, dass der CIA einem folgt"

Die spaßigen Tweets brachten nicht wenige User dazu, an der Echtheit des Accounts zu zweifeln. Doch der Haken im Profil beweist: Kein Hacker hat sich das CIA-Profil unter den Nagel gerissen, und auch kein Spaßvogel hat sich unter falschem Namen auf dem Kurznachrichtendienst eingeloggt: Das Profil ist echt.    

Das Weiße Haus in Washington hat offensichtlich nichts gegen die Twitterei seines Auslandsgeheimdienstes einzuwenden. Der Nationale Sicherheitsrat von US-Präsident Barack Obama begrüßte die Behörde seinerseits mit einem herzlichen Willkommen auf dem Draht. Die „Washington Post“ merkte süffisant an, es sei nun erstmals möglich zu merken, dass die CIA einem folgt.

dpa/hn/afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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