DVB-T vor dem Aus

Das Antennenfernsehen der Zukunft kommt in HD

Neues Fernsehen, alte Antenne? Kein Problem: Die Dachantennen für DVB-T eigenen sich auch für den Empfang von DVB-T2 HD. Foto: Franziska Gabbert
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Neues Fernsehen, alte Antenne? Kein Problem: Die Dachantennen für DVB-T eigenen sich auch für den Empfang von DVB-T2 HD. Foto: Franziska Gabbert

Das Antennenfernsehen DVB-T steht vor dem Aus. Gut, dass schon ein Nachfolger bereitsteht, der deutlich mehr Programme und bessere Bildqualität bietet. 2017 startet der Regelbetrieb. Experten raten beim Gerätekauf aber noch zum Abwarten.

Berlin (dpa) - Mit dem digitalen Antennenfernsehen DVB-T geht es zu Ende. 2019 soll der letzte Sender auf den Nachfolgestandard DVB-T2 HD umgeschaltet werden. Und DVB-T2 HD sieht gleich auf den ersten Blick nach einer echten Verbesserung aus.

Der neue Standard verspricht nämlich nicht nur mehr Kanäle, sondern auch endlich hochauflösendes HD-Fernsehen - ohne Kabelgebühren oder unschöne Satellitenschüssel auf dem Dach. Die Sache hat allerdings zwei kleine Haken: Die rund zwei bis fünf Millionen DVB-T-Empfängerin Deutschland können das neue Programm nicht empfangen. Außerdem wird der Empfang der Privatsender kostenpflichtig.

Meist 24 Kanäle kann man momentan in den Ballungsräumen über DVB-T auf modernen Flachbildfernsehern in krümeliger SD-Qualität empfangen. Ist DVB-T2 HD einmal bundesweit etabliert, werden es dort rund 40 Programme sein. Die meisten davon können in HD empfangen werden. RTL und ZDF kündigen sogar Full-HD 1080p an. Erste Testanlagen laufen bereits, zur Fußball-EM 2016 soll in den deutschen Ballungsräumen eine Einführungsphase starten. Dann sollen die reichweitenstärksten Programme ausgestrahlt werden, erklärt Veit Olischläger vom für die Umstellung zuständigen Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland. Das wären ARD, ZDF, RTL, SAT.1, ProSieben und möglicherweise noch andere. Offizieller Start des Regelbetriebs ist im ersten Quartal 2017. Ab dann werden schrittweise alle momentan aktiven DVB-T-Sender auf die neue Technik umgeschaltet.

Erster kleiner Haken für den Zuschauer: Weil die alten Empfangsgeräte mit der neuen HEVC-Technik von DVB-T2 HD nichts anfangen können und auf einer anderen Frequenz gesendet wird, steht vor dem HD-Genuss eine Neuanschaffung ins Haus. "Sie brauchen ein neues Gerät", sagt Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (vzrlp). Zur Elektronikmesse IFA im September erwartet er erste taugliche Geräte.

Bis es so weit ist, besteht für Käufer von Fernsehern und Empfängern akute Verwechslungsgefahr. Denn einige auf dem Markt erhältliche Geräte haben bereits DVB-T-Empfänger eingebaut, allerdings nicht die richtigen für das neue deutsche System. Hier soll ein grünes Logo der Initiative DVB-T2 HD, einem Verbund aus Sendern und Medienanstalten, Abhilfe schaffen. "Das Siegel zeigt: Das ist ein zukunftsfähiges Gerät für den deutschen DVB-T2 HD-Standard", sagt Veit Olischläger.

Und dann ist da noch etwas, das die Vorfreude auf die vielen HD-Kanäle über Antenne bremsen könnte. "Der Haken ist, dass die Privatsender ihr Programm verschlüsseln werden", sagt Gundall. RTL, Pro7, Sat.1 und Co. wird es mit dem neuen DVB-T nur noch gegen eine monatliche Gebühr geben. Die wird ersten Berichten zufolge bei rund fünf bis sechs Euro im Monat liegen.

Ist DVB-T2 HD einmal bundesweit etabliert, werden sich aber weitere Vorteile zeigen. Im Gegensatz zu vielen Kabelangeboten sollen einmal alle Sender in hoher Auflösung ausgestrahlt werden - auch die öffentlich-rechtlichen Angebote. "Und das ist echtes Full-HD wie von der Blu-Ray", sagt Michael Gundall. "Wenn die ersten Sender damit anfangen, echtes HD zu senden, werden die Kabelbetreiber Probleme bekommen", mutmaßt er.

Webseite ueberallfernsehen.de mit Versorgungskarte

Fragen und Antworten zu DVB-T2 HD von der TV-Plattform (pdf.)

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