Neue Dienste

Ebay und PayPal gehen in die Offensive

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Ebay und PayPal starten kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft diverse neue Dienste in Deutschland.

Berlin - Ebay und PayPal starten kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft diverse neue Dienste in Deutschland. Es geht um Bezahlen per Handy und eine engere Verzahnung von Online-Handel und stationären Läden.

Die Handelsplattform Ebay und der Bezahldienst PayPal wollen ihr Geschäft in Deutschland ausbauen. Ebay testet demnächst in Berlin die Zustellung am selben Tag. Dabei sollen bis 14.00 Uhr bestellte Einkäufe zwischen 20.00 und 22.00 Uhr geliefert werden, sagte Deutschlandchef Stephan Zoll am Montag in Berlin. Das Pilotprojekt mit der Post-Tochter DHL soll im November starten und voraussichtlich bis Ende des Jahres laufen. Der Bezahldienst PayPal setzt künftig verstärkt auf das Geschäft mit dem Kauf auf Rechnung im Internet und will mehr bargeldlose Zahlungen in Gaststätten oder auch an Snack-Automaten abwickeln.

Ebays Express-Test in Berlin soll Aufschluss über die Aussichten für einen solchen Service liefern. Der Aufpreis dürfte bei fünf bis zehn Euro liegen. In den USA experimentiert Ebay auch mit der Zustellung binnen einer Stunde. Außerdem gibt es diverse Start-ups, die eine schnelle Zustellung von Einkäufen anbieten.

Auf seiner Plattform führt Ebay außerdem einen Warenkorb ein, der Käufern mehr Überblick geben soll. Die Abwicklung eines Kaufs werde von neun auf drei Klicks reduziert. Der Rückgabeprozess werde vereinfacht. Außerdem sollen Kunden mit dem Service „Click & Collect“ online gekaufte Waren in Läden abholen können.

Ebay und PayPal gehören derzeit noch zusammen. PayPal soll bis Ende kommenden Jahres abgespalten und an die Börse gebracht werden.

Der Bezahldienst PayPal bietet einen Dienst an, der das Einloggen bei diversen Online-Händlern mit dem PayPal-Login zu ersetzen. Die Kunden könnten dann ohne die Eingabe weiterer Passwörter bezahlen, sagte PayPal-Deutschlandchef Arnulf Keese. Das Login über PayPal ist zunächst nur bei einigen kleineren Händlern verfügbar. Für das Zahlen per PayPal an Snack-Automaten werden die Maschinen modernisiert. „Wir haben einen Weg gefunden, es kostengünstig zu machen“, sagte Keese.

Das Angebot „Einchecken mit PayPal“, mit dem bisher in über 100 Cafés, Bars und Restaurants bezahlt werden kann, wird ausgebaut. Es soll unter anderem Gutscheine und Vorbestellungen umfassen. Bei dem Service kann sich ein Kunde zum Bezahlen über das Foto in seinem PayPal-Profil vom Händler identifizieren lassen. Damit sollen die Zahlungen reibungsloser ablaufen. Statt der Foto-Identifikation kann sich ein Kunde nun auch einen Bezahl-Code auf sein mobiles Gerät schicken lassen und ihn an der Kasse vorzeigen.

Der Bereich des mobilen Bezahlens per Handy ist umkämpft. Ebay, PayPal und diverse andere Anbieter arbeiten daran, die neuen Möglichkeiten durch den Vormarsch von Smartphones in Geschäftsmodelle umzumünzen. Die Internet-Telefone ermöglichen Einkäufe jederzeit und an jedem Ort. Bei PayPal komme ein Fünftel des abgewickelten Zahlungsvolumens von mobilen Geräten, sagte Deutschlandchef Keese. Ziel des Dienstes ist es, dass PayPal bei möglichst allen Transaktionen als Zahlungsmöglichkeit verfügbar sei.

Der Vormarsch mobiler Geräte lasse den stationären und den Online-Handel miteinander verschmelzen, betonte Ebay-Deutschlandchef Zoll. Ebay will dabei von den Händlern mit Ladengeschäften als Partner wahrgenommen werden - und nicht als Konkurrent wegen seiner bekannten Auktionsplattform. Auf diesem Weg gebe es Fortschritte. Zugleich sei der stationäre Handel in Deutschland generell zurückhaltender beim Internet-Geschäft.

dpa

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