Abwehr-Zentrum

EU geht schärfer gegen Internet-Kriminelle vor

Brüssel - Die EU verschärft ihren Kampf gegen Internetkriminelle. In einem neuen Europäischen Zentrum zur Bekämpfung von Cyberkriminalität bündeln die 27 Staaten ihre Kräfte.

An diesem Freitag wird das Zentrum beim Europäischen Polizeiamt Europol im niederländischen Den Haag eröffnet. Dann werde die EU „genauso clever und schnell“ wie die Kriminellen sein, sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Mittwoch bei der Präsentation in Brüssel.

Das neue Zentrum mit rund 35 Mitarbeitern wird sich auf illegale Online-Aktivitäten organisierter Banden konzentrieren, vor allem großangelegte Betrugsfälle und Kindesmissbrauch. Es soll Fahnder und Staatsanwälte schulen und vor neuen kriminellen Maschen warnen. Zudem solle es die EU-Staaten unter anderem mit Fachwissen unterstützen. Finanziert werde das Zentrum aus dem Europol-Budget.

Die Kriminalität per Mausklick steigt nach EU-Angaben rasant. Weltweit werden demnach jeden Tag eine Million Menschen Opfer von Internetkriminalität. Der Schaden belaufe sich pro Jahr auf rund 290 Milliarden Euro. Die Delikte reichen von gehackten Banküberweisungen bis zu Kinderporno-Ringen. „Internet-Kriminalität kennt keine Grenzen, deshalb müssen wir grenzüberschreitend arbeiten“, mahnte Malmström. Die nationale Polizei sei mit den Fällen oft überfordert.

Der neue Leiter des Zentrums, Troels Oerting, warnte: „Man braucht keine Pistole und keinen Banküberfall mehr, sondern kann mit einem guten Computer sehr viel mehr Beute machen.“ Die Aussicht für Online-Betrüger, gefasst zu werden, sei bislang „sehr, sehr gering“. Das müsse sich ändern: „Wir müssen auch in der Welt des Internets dafür sorgen, dass wir die Straftäter packen können.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.