Nach Facebook-Skandal

War das Psycho-Experiment illegal?

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War das Facebook-Experiment legal? (Symbolbild)

Menlo Park - Rund 690.000 User hat Facebook als Versuchskaninchen benutzt. Jetzt kommen Zweifel an der Legalität des Experiments auf, weil die Bedingungen wohl erst nachträglich geändert wurden.

Facebooks Datenschutz-Regeln enthielten zum Zeitpunkt des umstrittenen Psycho-Experiments noch keinen Hinweis auf „Forschung“ als möglichen Verwendungszweck. Dieser kam erst mit einer neuen Fassung einige Monate später hinzu, berichtete das US-Magazin „Forbes“.

Aus Sicht von Facebook war der Test mit der Manipulation des Nachrichtenstroms der Nutzer trotzdem von den Regeln zur Verwendung der Daten gedeckt. „Wenn jemand Facebook beitritt, haben wir immer nach einer Erlaubnis gefragt, die Informationen zu verwenden, um unsere Dienste bereitzustellen und zu verbessern“, erklärte ein Sprecher des Online-Netzwerks dem Magazin am späten Montag. Daher sei es falsch zu behaupten, Facebook habe Tests ohne Erlaubnis der Mitglieder betrieben. „Unternehmen, die ihre Dienste verbessern wollen, nutzen die Informationen, die sie von ihren Kunden bekommen, unabhängig davon, ob ihre Datenschutz-Regeln das Wort "Forschung" enthalten.“

Facebook bedauert "schlechte Kommunikation"

Facebook-Managerin Sheryl Sandberg hat Fehler im Umgang mit der umstrittenen Psycho-Studie eingeräumt, bei der die Startseiten von hunderttausenden Nutzern des sozialen Netzwerkes manipuliert wurden. "Wir haben bei diesem Thema wirklich schlecht kommuniziert", sagte die Geschäftsführerin am Mittwoch bei einem Auftritt im indischen Neu Delhi. "Wir nehmen die Privatsphäre auf Facebook sehr ernst." Eine weitergehende Stellungnahme auf Rückfragen von Journalisten lehnte sie aber ab.

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Bei dem einwöchigen Experiment im Januar 2012 sollte ermittelt werden, wie sich Emotionen in Netzwerken ausbreiten. Entsprechend wurden für Nutzer die Einträge ihrer Facebook-Freunde vorgefiltert: Den einen wurden mehr positive Nachrichten angezeigt, den anderen mehr negative. Die Studie ergab, dass Menschen, die mehr positive Nachrichten sahen, etwas eher dazu neigten, auch selbst Einträge mit positivem Inhalt zu veröffentlichen - und umgekehrt. An der Studie waren rund 690.000 Nutzer beteiligt.

Der erst vor kurzem bekanntgewordene Test sorgte für viel Empörung - vor allem, weil die betroffenen Nutzer nicht wussten, dass mit ihren Gefühlen experimentiert wurde.

dpa/afp

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