Für digitale Telefonanschlüsse reichen die alten Geräte

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Neuer Anschluss, neues Gerät? nicht unbedingt. Bei der Umstellung von analog auf digital sind die Router-Schnittstellen entscheidend. Foto: Armin Weigel

Für einen neuen Anschluss braucht man auch neue Geräte. Klingt logisch. Die Realität sieht aber anders aus: Wer gerade einen neuen IP-Anschluss fürs Telefon bekommt, muss seinen Apparat nicht in den Ruhestand schicken - auch wenn Verkäufer oft anderes behaupten.

Berlin (dpa/tmn) - Die aktuell laufende Umstellung von analogen auf digitale Telefonanschlüsse bei vielen Netzbetreibern lockt auch windige Geschäftemacher an. Sie versuchen, zum neuen Anschluss gleich neue Telefone und Telefonanlagen zu verkaufen.

Dabei können die alten Geräte auch an den neuen, sogenannten IP-Anschlüssen weitergenutzt werden. Entscheidend für den Weiterbetrieb sind die Schnittstellen des Routers, den man für den neuen Anschluss erhält oder schon besitzt.

Fast alle VoIP-Router bieten den Angaben nach einen oder mehrere Anschlüsse, an denen sich analoge Schurtelefone oder die Basisstationen von Schnurlostelefonen einstecken lassen. Wer ISDN-Geräte besitzt, muss beim Router auf eine S0-Buchse achten.

Auch eine bestehende Analog- oder ISDN-Telefonanlage könne man so ohne Änderungen weiter betreiben. Das sei etwa für Nutzer wichtig, die beispielsweise für eine in die Anlage integrierte Türsprechanlage nur sehr schwer Ersatz finden würden oder deren ISDN-Anlage einfach problemlos funktioniert und keine Wünsche offen lässt, so die Experten.

Wer tatsächlich einen Router ohne jede Telefon-Schnittstelle besitzt, und Telefone anschließen möchte oder muss, findet auf dem Markt auch sogenannte VoIP-Adapter (ab rund 35 Euro). Die kleinen Kästchen bieten eine oder mehrere der benötigten Telefonbuchsen (meist RJ-11) und werden selbst per Netzwerkkabel an den Router angeschlossen.

Sollte jemand seinen ISDN-Anschluss trotz allem erst einmal partout nicht missen und die Umstellung auf das IP-Netz noch hinauszögern sollen, findet er aktuell immer noch Angebote für ISDN-Anschlüsse, meist bei regionalen Netzbetreibern.

Die Telekom etwa will bis 2018 alle analogen Telefonanschlüsse auf die IP-Technik umgestellt haben. Derzeit werden nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bis zu 70 000 Telekom-Anschlüsse pro Woche umgestellt.

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