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Immobilienportale: So machen Betrüger Kasse

München - Immobilienportale sind ein beliebter Weg bei Wohnungssuchenden, schnell und bequem das passende Zuhause zu finden. Doch auch Betrüger nutzen die Internetseiten zunehmend, um Geld zu machen.

Welche Methode nutzen die Betrüger?

Die Masche ist meistens gleich und bei den Portalen als sogenannter Vorkassen-Betrug bekannt. Das übliche Muster: Eine hochwertige Wohnung in guter Lage wird zu einem günstigen Preis inseriert. Auf eine Anfrage antwortet der Anbieter, er sei derzeit im Ausland, könne dem Interessenten zur Besichtigung aber den Wohnungsschlüssel gegen eine Kautionszahlung zuschicken. Wer überweist, sieht das Geld nie wieder.

Wie verläuft ein solcher Betrug genau ab?

Klassischerweise wird per E-Mai und oft auf Englisch kommuniziert. Detailreich erklärt der Anbieter, er habe in Deutschland gearbeitet, lebe nun aber wieder im Ausland oder seine Kinder hätten in Deutschland studiert, wären aber ausgezogen und er sei auf der Suche nach einem Nachmieter oder Käufer. Um Seriösität und Vertrautheit zu suggerieren, stellt er dem Interessenten persönliche Fragen. Wenn schließlich ein Termin zur Besichtigung vereinbart werden soll, entschuldigt sich der Anbieter, dass er nicht kurzfristig nach Deutschland kommen könne, den Schlüssel aber gegen eine Kaution von in der Regel 500 bis 1000 Euro zuschicke.

Wie häufig sind solche gefälschten Anzeigen?

Die Zahl der betrügerischen Anzeigen lässt sich nicht genau bestimmen, da nicht alle gemeldet werden oder auffallen. Das Portal Immobilienscout löscht nach eigenen Angaben wöchentlich etwa 1,3 Prozent der neu eingestellten Anzeigen wegen Betrugsverdachts; von monatlich 150.000 Anzeigen sind das rund 2000.

Woran kann ich betrügerische Anzeigen erkennen?

Grundsätzlich gilt: Sobald der Anbieter Geld verlangt, bevor der Kunde die Wohnung gesehen hat, sollte dieser vorsichtig sein. In der Regel möchten die Betrüger das Geld über einen Transferservice wie Western Union übermittelt haben. Außerdem sollten Suchende skeptisch werden, wenn die einzige Kontakmöglichkeit eine E-Mail-Adresse ist, Fotos nicht mit der Wohnungsbeschreibung übereinstimmen, die Nebenkosten nicht ausgewiesen sind oder der Preis zu günstig für die Lage ist. Letzteres lässt sich am sogenannten Preis-Lage-Verhältnis feststellen, das in der Regel im Wohnungsexposé angezeigt wird.

Was können betrogene Kunden unternehmen?

Hat ein Interessent das Geld bereits überwiesen, sieht er es nicht wieder. Dennoch raten Polizei und Portalanbieter, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Dadurch können ähnliche Betrugsfälle verhindert werden. Wenn ein Interessent schon beim Lesen einer Anzeige oder nach Kontakt mit dem Vermieter skeptisch wird, sollte er nicht weiter antworten und die Anzeige dem Immobilienportal melden.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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