Sprechstunde bei Doktor Internet

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Internet-Sprechstunde: Für die Erstinformation und zur Vorbereitung auf den Arztbesuch können Gesundheits-Websites hilfreich sein.

München - Das Internet ist eine wahre Fundgrube für Medizin-Themen. Laut einer aktuellen Studie informiert sich bereits jeder dritte Deutsche mindestens einmal im Monat online über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten.

Aber welche Medizinseiten im Netz liefern brauchbare Informationen? Die Stiftung Warentest hat zwölf Gesundheitsportale untersucht. Diagnose: Die wichtigsten Basisinfos sind meist brauchbar – aber sobald es ins Detail geht, zeigt „Doktor Internet“ Schwächen. Und nur drei Portale schafften das Qualitätsurteil „Gut“.

Die Stärken: Die Tester ­suchten nach Informationen zu Krankheitsbildern wie ­Blasenentzündung, Bluthochdruck oder Gürtelrose. Die grundsätz­lichen Fakten zu ­solchen Krankheiten lieferten die Portale meist erfreulich fehlerfrei und neutral. Es gab aber auch Ausnahmen: onmeda.de nannte Betablocker als Asthma-Medikament. Eine gefährliche Fehlinfo, denn Betablocker verengen die Bronchien und sind für Asthmatiker ungeeignet. 

Die Schwächen: Mit der Verständlichkeit hapert es oft, auch „Doktor Internet“ drückt sich gern kompliziert aus. Bei Navigation und Übersichtlichkeit tauchten ebenfalls Defizite auf. Am einfachsten zu verstehen und zu nutzen waren im Test gesundheitpro.de , netdoktor.de und vitanet.de. An ihre Grenzen stoßen die Portale auch, wenn es um individuellere „Diagnosen“ geht. Eine persönliche Therapieempfehlung ist online zwar ohnehin nicht erlaubt – trotzdem beantworten einige Portale in „virtuellen Sprechstunden“ Fragen. Das klappte bei vitanet.de mit der Note 2,2 für diesen Bereich gut.

Konkurrent qualimedic.de enttäuschte dagegen mit lückenhaften Auskünften (Note 3,4).

Die Testsieger: Die Portale gesundheitpro.de , netdoktor.de und vitanet.de schafften jeweils die noch „gute“ Gesamtnote 2,5. Dabei lieferte gesundheitpro.de die beste inhaltliche Qualität. Sieben Anbieter schnitten „befriedigend“ ab, imedo.de und paradisi.de sogar nur „ausreichend“. Nicht bewertet wurde das Online-Lexikon Wikipedia, das mit enorm vielen fachkundigen Informationen überzeugte – aber bei der Verständlichkeit schwächelte.

Die Tipps: Die Warentester empfehlen die Portale zur Erstinformation und Vorbereitung für den Arztbesuch – den sie aber nicht ersetzen können. Sie sollten die Infos mehrerer Portale nutzen und vergleichen. Bei komp-lexeren Themen sind Spezialportale für bestimmte Krankheiten empfehlenswert, zum Beispiel krebsinformation.de oder herzstiftung.de. Auch viele Krankenkassen liefern auf ihren Websites oder per Gratis-Hotline hilfreiche Informationen.

Jörg Heinrich

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