Wie Weihnachten für Apple-Fans: Verkaufsstart für das iPad in Deutschland - Kritiker bemängeln Ausstattung

Die Wunderflunder kommt zu uns

Geniale Erfindung oder nutzloser Luxus? Heute ist Apples iPad in Deutschland auf den Markt gekommen. In den USA wurde es trotz viel Kritik mehr als eine Million Mal verkauft. Wir haben die Wunderflunder getestet.

Zugegeben, das iPad fasziniert. Das Ding ist cool, kommt bestechend einfach in der Anwendung daher und ist beeindruckend schlicht im Design. Das Material ist hochwertig, der berührungsempfindliche Bildschirm von bislang einmaliger Qualität. Zubehör wie Tastatur und Hülle sind extrem hochwertig und nützlich. Es gibt keinen Zweifel: Das iPad wird zum Statussymbol und zum Lieblingsspielzeug all derjenigen, die schon ohne i- oder anderes Smartphone kaum überleben können.

Die iPad-Hysterie

Nach Angaben von Apple wurde das einmillionste iPad schon 28 Tage nach der Markteinführung in den USA verkauft. Die Nutzer hätten bis Anfang Mai zwölf Millionen Apps und 1,5 Millionen eBooks herunter geladen. Vom erfolgreichen iPhone wurde 2007 erst 74 Tage nach seiner Vorstellung das einmillionste Stück verkauft, im ersten Jahr waren es 6,1 Millionen.

Aber das iPad nervt auch: Beim Surfen im Internet fehlt nicht nur Flash für eine Vielzahl von Web-Videos, sondern auch eine Java-Funktionalität, mit der viele Web-Seiten erst richtig gut funktionieren. Google Earth? Funktioniert nur als App, nicht als Down-load aus dem Internet wie auf einem Personalcomputer. Kamera andocken? Geht nur mit Spezialstecker von Apple. Andere Zusatzgeräte - wie schon bei iPods und iPhones erlaubt Apple das nicht. Wireless Lan? Funktioniert ordentlich. Drucken über eben dieses? Fehlanzeige.

Fotos: So war der Verkaufsstart in den USA

Ostern für Apple-Fans: Das iPad ist da!

Das iPad ist letztendlich nichts anderes als ein (zu) großes iPhone, mit dem man allerdings nicht telefonieren kann. Es taugt nicht als Laptop-Ersatz, weil es zu wenig kann. Die anfängliche Begeisterung legt sich schnell, wenn man den Nutzen sucht. Als Couch-Lese-/Surfgerät ist es zu schwer und zu unhandlich beim Umblättern und Browsen, als mobiles Büro für unterwegs fehlen effiziente Eingabemöglichkeiten und die überzeugende Funktionalität eines Notebooks. Als trendige Spielekonsole ist es zu teuer. Doch die Fan-Gemeinde der Geräte mit dem Apfel-Logo ist demütig. So wie die unter dem Stockholm-Syndrom leidenden Geiseln ihre Geiselnehmer verteidigen und lieben lernen, geht es Apple-Usern mit Steve Jobs und seinen Mannen. Dafür werden die Gläubigen mit Geräten und Benutzer-Oberflächen belohnt, von denen Windows-Nutzer nicht so gern zugeben möchten, dass sie schicker sind - wenn auch längst nicht so magisch, wie Apple uns beim iPad vorgaukelt.

Egal - das iPad ist wichtig und der Beginn einer weiteren Revolution. Information und Unterhaltung wird noch tragbarer, noch verfügbarer, noch schicker und bequemer. Freuen wir uns also: Auf Folgegenerationen von iPad, GooglePad und was uns sonst noch so in den nächsten Monaten und Jahren präsentiert wird. Wir müssen jetzt nur noch ganz schnell lernen, all unsere schicken Geräte dann auch richtig einzusetzen.

Von Harold Grönke

Unser Autor: Harold Grönke (49) ist Geschäftsführer der HNA und Technikfan. Auf einer USA-Reise hat er sich vor einigen Wochen das iPad gekauft weil es ihn beruflich und privat interessierte. Er freut sich schon auf die Folgegenerationen und nutzt bis dahin weiter Blackberry, Netbook und PC.

Technische Daten

Kleiner als DIN-A4: Mit 24,28 mal 18,97 Zentimetern ist es kleiner als ein DINA4-Blatt und größer als ein Durchschnittsbuch. Mit 1,34 Zentimetern ist es so dick wie ein Finger.

Kein Leichtgewicht: Das Wi-Fi-Modell wiegt 680 Gramm, das 3G Modell 730 Gramm - etwa so viel wie eine 0,7 Liter Flasche Wasser. Zu schwer also, um es lange in der Hand zu halten.

Brillantes Display: Die Multi-Touch-Oberfläche des iPad arbeitet mit der gleichen Technologie, die auch beim iPhone zum Einsatz kommt und ermöglicht die Bedienung per Fingerbewegung. Beim iPad ist das Display mit 9,7 Zoll (24,63 cm Diagonale) ähnlich groß wie ein kleines Netbook und hat eine billante Auflösung von 1024 mal 768 Pixeln bei 132 ppi.

Speichermenge: Erhältlich mit 16 GB, 32 GB oder 64 GB Flash-Laufwerk.

So lange läuft es: Laut Apple sind bis zu zehn Stunden Surfen im Web mit Wi-Fi, Video- oder Musikwiedergabe möglich.

Wenige Anschlüsse: Das iPad hat einen 30-poligen Dock-Anschluss, eine Buchse für Kopfhörer, Lautsprecher, Mikrofon und beim Wi-Fi + 3G Modell ein Fach für eine Micro-SIM-Karte. Kamera- und USB-Anschluss: Fehlanzeige.

Drahtlos ins Netz: Als Wi-Fi-Variante kann sich das iPad in Wi-Fi beziehungsweise WLAN-Netzwerke einwählen. In der Wi-Fi + 3G-Version geht dies auch per UMTS (also über das Mobilfunknetz).

Tausende Apps: Laut Apple gibt es zum Verkaufsstart tausende neue Apps, die speziell für das iPad entwickelt wurden. Zudem soll ein Großteil der 150 000 Apps für iPhone oder iPod touch auf dem größeren iPad in Originalgröße oder vergrößert auf dem ganzen Bildschirm laufen.

Das kostet es: Das Wi-Fi-Modell kostet zwischen 499 und 699 Euro, das 3G-Modell zwischen 599 und 799 Euro. Hinzu kommen Kosten für die UMTS-Nutzung. Dabei gilt: Vergleichen lohnt sich. (hco)

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