Es muss nicht teuer sein, die Welt zu retten. Das zeigt unter anderem ein Video auf der neuen Internetseite www.futurzwei.org .
Dort diskutiert die Schauspielerin Christiane Paul mit dem Journalisten Peter Unfried, ob Öko nur etwas für Reiche sei. Von Prof. Uwe Schneidewind vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie lassen sie sich erklären, dass der ökologische Fußabdruck eines Hartz-IV-Beziehers deutlich besser ist als der eines Managers, weil er eine kleinere Wohnung hat und sich weder Fernreisen noch Rotwein aus Südafrika leisten kann.
Harald WelzerIn Sachen Nachhaltigkeit können die Reichen also von den Armen lernen. Das ist eine Botschaft der vom Sozialpsychologen Harald Welzer gegründeten Internetplattform Futurzwei. Bislang forschte der 53-Jährige vor allem zum Nationalsozialismus. Nun kümmert er sich jenseits der Universität um ein nachhaltiges Leben. Er hat es satt, dass die Öffentlichkeit „nur nölt, statt die Gesellschaft positiv zu verändern“, wie er unserer Zeitung sagte.
Mit einem Redaktionsteam in Berlin erzählt Welzer Geschichten von Menschen, die etwas verändern. Sie handeln zum Beispiel von Berliner Designern, die aus Altkleidern Mode machen, und Ludwig Watschong, der in Witzenhausen alte Nutzpflanzen züchtet, die sich selbst vermehren können. Weil es Spaß machen soll, die Welt zu retten, gibt es auch Unterhaltung wie die Satire-Nachrichten mit Christoph Süß vom BR-Magazin „quer“.
Dass es fünf vor zwölf ist, wissen wir schon seit dem Club of Rome, der 1972 die Grenzen des Wachstums anmahnte. Futurzwei, das sich im Titel an die Grammatikform der vollendeten Zukunft anlehnt, macht deutlich, dass wir nur wollen müssen, damit es nicht zwölf wird.
Von Matthias Lohr



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