Hamburg. Das soziale Netzwerk Facebook wird offenbar in Zukunft Geld für neue Fan-Seiten verlangen. Diese Erfahrung musste jetzt das ZDF machen.
„Facebook hat uns signalisiert, für neue werbefreie ZDF-Facebook-Seiten künftig Geld zu nehmen“ sagte Eckart Gaddum, Leiter „Neue Medien“ des ZDF. Das gelte allerdings nicht für bereits bestehende Seiten. Gaddum betonte, dass dies für das ZDF „nicht in Frage“ komme. Bislang gab es eine Ausnahmeregelung, weil das deutsche Medienrecht den Öffentlich-Rechtlichen Werbung im Netz verbietet.
Facebook hat sich bisher zu diesem Vorgang nicht geäußert. Das Unternehmen hatte am Mittwoch die Unterlagen für seinen Börsengang eingereicht.
Das ZDF bedauert die Entscheidung des Portals, denn für den Sender sei die Kommunikation mit den Followern sehr spannend und anregend. Zudem wisse das ZDF aus Untersuchungen, dass beispielsweise die Facebook-Seite von „heute.de“ für viele Nutzer eine Art Nachrichtenversorgung ersetze. Momentan haben über 91.000 Facebook-Mitglieder die Seite abonniert. So könne das ZDF nun keine Facebook-Seite für die Joko & Klaas-Sendung „Neo Paradise“ anlegen, die sich an jüngeres Publikum richtet.
Laut Gaddum werde nach Lösungen gesucht – auch im Gespräch mit Facebook. Ein Hintertürchen könne ein Modell namens „Open Graph“ sein: Dies würde die Facebook-Fanseite ersetzen und direkt in eine Web-Seite integriert werden. Per Klick könnten Facebook-Nutzer dann weiterhin Einträge abonnieren. Eine Facebook-Fan-Seite gäbe es dann allerdings nicht mehr. (rax)



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