Konsolenpreis bleibt aber gleich

Nintendo wirbt mit neuen Spielen für seine Wii U

Los Angeles - Nintendos Spielekonsole Wii U verkauft sich bisher deutlich schlechter als geplant. Der Konzern setzt deshalb auf neue Games und Spielfiguren mit Funkchip.

Nintendo ist auf der Spielemesse E3 in Los Angeles mit viel Humor und einer ganzen Reihe neuer Spieletitel in den Ring gestiegen. Mit Games wie „Mario Kart 8“, dem neuen Rennspiel mit dem berühmten gnubbeligen Klempner, „Spatoon“ oder „Super Smash Bros.“ will das Unternehmen die andauernde Absatzschwäche bei seiner Konsole Wii U überwinden. Auch die neuen Spielfiguren Ambiibos, die als Ergänzung zu den Videospielen verkauft werden, brachte Nintendo zum Branchentreffen nach Kalifornien mit.

Es drehe sich alles um Erfindung und Neuerfindung bei Nintendo, sagte Amerika-Chef Reggie Fils-Aime der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Zuletzt litt Nintendo massiv unter dem schwachen Absatz der Wii U. Statt ursprünglich geplanter neun Millionen Geräte verkaufte Nintendo im vergangenen Geschäftsjahr knapp drei Millionen. Die Konsole ist rund ein Jahr länger auf dem Markt als die Playstation 4 und Xbox One der Konkurrenz Sony und Microsoft.

Pläne, den Preis der Konsole zu senken oder die Produktion einzustellen, gebe es aber nicht. Das Unternehmen wolle die Nutzer überzeugen, dass die Wii U eine echte Alternative zur Xbox One und Playstation 4 der Konkurrenz sei. Das müsse Nintendo aber in diesem Jahr noch beweisen, sagte Yve Guillemot, Chef des Spieleherstellers Ubisoft, laut Bloomberg.

Unterdessen setzten auch Sony und Microsoft zu ihren Messe-Auftritten in Kalifornien verstärkt auf neue Spiele. Vor rund einem halben Jahr hatten beide ihre neuen Konsolen auf den Markt gebracht und liefern sich nun ein Rennen um die Spitzenposition. Sony konnte sich bislang einen guten Vorsprung sichern. Sieben Millionen Geräte der Playstation 4 hat Sony verkauft, Microsofts Xbox One wurde fünf Millionen Mal an den Handel geliefert. Vergangene Woche habe die Playstation 4 in Deutschland im Verhältnis 20 zu 1 zur Xbox One abgeschnitten, sagte Uwe Bassendowski, Chef von Sony Computer Entertainment Deutschland.

Nun gilt es, auch entsprechende Spiele zu veröffentlichen, die die hochgerüsteten High-Tech-Geräte zu nutzen verstehen und neue Spielerlebnisse ermöglichen. Bei den exklusiv für eine der Konsolen erscheinenden Spiele hat derzeit Sony die Nase vorn. Sie sind wichtig, um die Gamer von der jeweiligen Hardware zu überzeugen. Viele der angekündigten Titel für Xbox One und Playstation 4 kommen allerdings erst im Laufe des kommenden Jahres auf den Markt. Dass eine lange Wartezeit die Fans enttäuschen könnte, glaubt Bassendowski allerdings nicht. „Zu Weihnachten wird ja einiges geboten“, sagte der Deutschland-Chef. Auch zur Gamescom in Köln werde Sony noch einige Titel bekanntgeben.

Auch Microsoft konzentrierte sich in Los Angeles auf die Ankündigung neuer Spiele. Dabei hatte der Konzern vor allem die Gruppe der Hardcore-Gamer im Visier. Sie hatte Microsoft bei der Vorstellung der Xbox One zunächst vergrätzt. Das Gerät wurde als allgemeine Multimedia-Zentrale auch für Soziale Netzwerke und Filme beworben. Mit Titeln wie „Sledgehammer“, „Call of Duty: Advanced Warfare“ und einer „Master Chief Edition“ zu „Halo“ umgarnt Microsoft jetzt die wichtige Zielgruppe.

Zu neuen Multimedia-Fähigkeiten oder gar der Bewegungssteuerung Kinect verlor Microsoft dagegen kein Wort. Kinect sollte ursprünglich ganz neue Spielerlebnisse ermöglichen. Zuletzt ruderte Microsoft allerdings zurück und brachte eine Xbox One auch ohne die innovative Steuerung heraus. Damit liegt das Gerät mit einem um rund hundert Euro günstigeren Preis gleichauf mit Sonys Playstation 4. Diese Strategie erst einmal ganz clever, schätzt der Spieleexperte Stephan Freundorfer. Doch es mache Spieleentwicklern die Entscheidung schwer, auf die Technologie zu setzen.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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