Fußballspiel

PES 2016: Pro Evolution Soccer im Test

München - Zum zwanzigsten PES-Geburtstag veröffentlicht Konami Pro Evolution Soccer 2016. Wir testen PES 2016

Schnell bekommt man bei PES 2016 den Eindruck: Dieses Spiel ist eines der besten Fußball-Games aller Zeiten. Alles fühlt sich schneller, flüssiger und zugleich realistischer an, als man das bisher aus irgend einem Spiel kannte. Die Spieler in PES 2016 flitzen mit einer Dynamik über den Rasen, wie man sie bislang noch nicht erlebte. Und dann diese Hammer-Reaktionszeiten. Fast Echtzeit! Zwischen der Eingabe auf dem Gamepad und der Reaktion des Spielers gibt es kaum noch eine Verzögerung.

Nach wie vor bleibt PES dem Realismus auf dem Platz treu. Spektakuläre Alleingänge wie jener von Diego Maradona bei der WM 1986 durch den kompletten gegnerischen Strafraum mit anschließendem Tor lassen sich selbst im leichtesten Schwierigkeitsgrad kaum bewältigen. Ebenso führt es eher selten zum Erfolg, einen hohen Ball in den Strafraum zu lupfen, um diesen am Torwart vorbei ins Tor zu kicken. Die hervorragende Ballphysik von PES 2016 macht ein gepflegtes Passspiel zur Grundlage aller Torchancen. Die Erfolgsformel lautet: Direkte Pässe, schnelle Sprints und viele Abschlüsse.

Ebenso wie beim Passen wird auch beim Kampf um den Ball Fingerspitzengefühl am Gamepad belohnt: Wer den Pass zu hart anschiebt, haut den Ball am Teamkollegen vorbei. Es kommt auf das genaue Timing an! Ebenso bei den Zweikämpfen: In den Eins-gegen-Eins-Situationen bietet und PES 2016 noch mehr Optionen. So kann man Gegenspieler mit Körpertäuschungen verwirren. Bei bulligen Gegnern muss man hingegen aufpassen, dass man nicht einfach umgedrückt wird.

PES 2016: Schiedsrichter ahnden Fouls eher lasch

Was auffällt: Die Torhüter lassen viele Distanzsschüsse durch oder warten unentschlossen viel zu lange ab. Immerhin hat Konami den Keepern in PES 2016 viele neue Animationen spendiert. Sieht tol aus! Die Schiedsrichter haben sich offenbar auf englische Verhältnisse eingestellt. Nicht selten geht ein Spieler hart zu Boden. Aber auch wenn das Publikum nach dem Foul aufschreit, lässt der Unparteiische dennoch weiterspielen. Was sich in Sachen Spielfluss aber positiv auswirkt.

Neu hinzugekommen ist das dynamische Wettersystem. Und dieses Feature ist Konami ziemlich gut gelungen. Denn das Wetter wirkt sich unmittelbar auf die Spielbarkeit auf dem Rasen aus. So rutscht der Ball bei Regen schneller über den Rasen. Da muss man die Pässe natürlich besser timen und aufpassen, dass man beim Verteidigen nicht ausrutscht. Außerdem bilden sich Pfützen, die die Ballphysik oder das Verhalten der Spieler beeinflussen können. Das Wetter kann sich in PES 2016 unvermittelt während des Spieles ändern. Aus Sonnenschein wird Regenschlacht! Was den Matches immer eine unvohergesehene Komponente mitgibt. Toll!

Auch gelungen: Konami hat in PES 2016 den Spielern viele neue Torjubel mitgegeben. Auch die Wiederholungen der Tore sehen klasse aus. Oftmals ist man erst zufrieden, wenn man eine gelungene Bude aus mehreren Perspektiven begutachtet hat. Dazu tragen die sensationell aussehenden Bewegungsabläufe der Spieler maßgeblich bei.

In Sachen Lizenzen lässt PES 2016 wie gewohnt einiges zu wünschen übrig.  Zwar besitzt Konami für PES 2016 wieder die offizielle Champions-League-Lizenz. Allerdings sind von den vier in der aktuellen Saison teilnehmenden deutschen Vereinen nur drei dabei: Der FC Bayern München, der VFL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach. Es fehlt aber Bayer Leverkusen. Auch FC Schalke 04, FC Augsburg und Borussia Dortmund sind trotz offiziellem Europa League-Auftritt im Spiel nicht vertreten.  

Die Bundesliga ist weiterhin nicht lizenziert. Dafür die Primera Division aus Spanien und die Ligue 1 aus Frankreich. Aus den anderen Ligen wurden echte Teams mit Fantasietruppen kombiniert. Immerhin: Die deutsche Nationalmannschaft ist komplett dabei. Der Mangel an Lizenzen schreckt die vielen PES-Fans aber bekanntlich nicht ab. Für die Anhänger zählt der Spaß auf dem Platz. Und der ist bei PES 2016 wieder garantiert. Für wen die Lizenzen das entscheidende Kaufargument sind, besitzt vermutlich eh schon längst das neue FIFA.

Als Kommentatoren machen Hansi Küpper und Marco Hagemann einen soliden Job. Nicht mehr und nicht weniger. Ein wenig mehr Emotionalität hätte man sich von den Herren hinter dem Mikro schon gewünscht. Die Kommentare wirken aber meist passend und nicht wie belanglose Phrasendrescherei.

PES 2016: Diese Spielmodi sind geboten

Was die Spielmodi angeht, so lässt PES 2016 uns wie gewohnt die Wahl zwischen Einzelmatches und verschiedenen Wettbewerben wie Ligen oder Turniere. Zudem kann man im Meister-Liga-Modus eine Truppe aufbauen oder im Werde-zur-Legende-Modus einen Nachwuchskicker auf seiner Karriere zum Weltstar begleiten. Auch der Trainingsmodus ist wieder mit dabei ist, der Neulinge ziemlich schnell in Steuerung und Taktik einführt.  Pro Evolution Soccer 2016 bietet außerdem wie schon die Vorgänger umfangreiche Online-Modi sowie den myClub-Modus.

PES 2016: Das Fazit

PES 2016 bietet ein überragendes Spielgefühl. Egal ob Pässe, Zweikämpfe oder Schüsse: Alles fühlt sich dynamischer und besser an als je zuvor. Das dynamische Wettersystem bringt überraschende Wetterwechsel ins Spiel und sorgt immer für eine gewisse Unkalkulierbarkeit. In technischer Hinsicht liegt PES mit dem neuen FIFA gleichauf. Fußball-Fans können bei PES 2016 auf jeden Fall zugreifen. Ein hervorragendes Spiel!

Pro Evolution Soccer 2016 ist für Playstation 4, Xbox One, PC, Playstation 3 und Xbox 360 erhältlich. Preis: Etwa 50 Euro. Altersfreigabe: Keine  Altersbeschränkung.

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Rubriklistenbild: © Screenshot: PES 2016

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