"Polar Sea 360°": Arte bricht in virtuelle Welten auf

Das Grönland-Eis wird immer dünner. Foto: Damir Chytil/arte/dpa
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Das Grönland-Eis wird immer dünner. Foto: Damir Chytil/arte/dpa
Arte begleitet in "Polar Sea 360°" einen schwedische Abenteurer durch die Arktis und taucht dabei mit Hilfe einer 360°-Kamera im Web und mit innovativen Apps in eine virtuelle Realität ein. Foto: Thomas Wallner/arte/dpa
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Arte begleitet in "Polar Sea 360°" einen schwedische Abenteurer durch die Arktis und taucht dabei mit Hilfe einer 360°-Kamera im Web und mit innovativen Apps in eine virtuelle Realität ein. Foto: Thomas Wallner/arte/dpa
Die Dokumentation taucht auch in das Leben der Inuit ein. Foto: Thomas Wallner/arte/dpa
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Die Dokumentation taucht auch in das Leben der Inuit ein. Foto: Thomas Wallner/arte/dpa
Robben sehen zwar niedlich aus, sind aber echte Raubtiere. Foto: Dylan Riebling/arte/dpa
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Robben sehen zwar niedlich aus, sind aber echte Raubtiere. Foto: Dylan Riebling/arte/dpa
Eisbären gelten als bedrohte Tierart. Foto: Philipp Cottier/arte/dpa
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Eisbären gelten als bedrohte Tierart. Foto: Philipp Cottier/arte/dpa

Berlin (dpa) - Die Nordwestpassage vom Atlantik bis zur Pazifikküste der USA hat schon viele Segler herausgefordert. Arte begleitet in "Polar Sea 360°" einen Abenteurer durch die Arktis und taucht dabei im Web und mit Apps in eine faszinierende virtuelle Realität ein.

Die Expedition des britischen Polarforschers Sir John Franklin endete 1848 in einer schrecklichen Katastrophe: Zusammen mit dem Admiral starben damals alle 128 Mann bei dem Versuch, mit zwei Schiffen auf der mythischen Nordwestpassage von Europa aus nach Asien zu segeln. Im dritten Jahr der legendären Polarexpedition froren die Schiffe in dem Packeis ein, weil auch im arktischen Hochsommer 1848 das Eis nicht mehr auftaute. Franklin starb zusammen mit etlichen Besatzungsmitgliedern an Bord. Verzweifelte Überlebende versuchten vergeblich, sich mit einem Gewaltmarsch über das Packeis zu retten.

Über 150 Jahre später hat der Klimawandel dafür gesorgt, dass der Weg von Island an der südlichen Spitze Grönlands vorbei über den Norden Kanadas bis hin zur Pazifikküste Alaskas immer öfter eisfrei ist. In einer "multimedialen Forschungsreise durch Wasser, Eis und Schnee" haben sich die Dokumentarfilmer Tanja Dammertz und Kevin McMahon auf die Spuren von Admiral Franklin begeben. Ihr Dokumentarfilm "Polar Sea - Die Eroberung der Nordwestpassage" ist am Samstag (29. November, 20.15 Uhr) auf Arte zu sehen. In der Woche darauf (1. bis 12. Dezember) läuft die dazugehörige zehnteilige Dokumentationsreihe "Polar Sea 360° - Per Anhalter durch die Arktis" von McMahon.

In der TV-Serie begleiten die Filmemacher zunächst die dreiköpfige Besatzung der schwedischen Segelyacht "DAX", die im Sommer 2013 von der isländischen Hauptstadt Reykjavik aus die Nordwestpassage in Angriff nimmt. Die Crew um den schwedischen Architekten Richard Tegnér umfährt Grönland, wo die Folgen der Erderwärmung bereits deutlich zu sehen sind. Im arktischen Hochsommer durchqueren die Segler die Baffin-Bucht und landen schließlich im Inuit-Dorf Pond Inlet. Die Begegnungen mit den Ureinwohnern gehören zu den berührendsten Momenten der Serie, wenn beispielsweise ein Ältester der Inuit erklärt, dass er im Gegensatz zu früher nicht mehr in der Lage ist, das Wetter vorherzusagen. Die klimatischen Rahmenbedingungen wirbeln inzwischen alles durcheinander.

Nachdem die "DAX" wegen eines Motorschadens hat aufgeben müssen, macht sich Tegnér auf anderen Schiffen quasi per Anhalter auf die zweite Hälfte der Strecke nach Alaska. Unterwegs sieht er unter anderem, wie Gebiete, die früher unter ewigem Eis lagen, nun mehr oder weniger rücksichtslos von der Öl- und Bergbau-Industrie ausgebeutet werden.

Das traditionelle TV-Angebot wird durch eine interaktive Komponente begleitet, die für das Fernsehen eine echte Premiere darstellt. Ein Team, das für die Serie gefilmt hat, war mit einem Multikamera-Kopf unterwegs, der die Umgebung in einem 360-Grad-Rundumblick erfassen kann. Auf der Website sowie in Apps für iOS (iPhone/iPad) und Android kann man das beeindruckende Ergebnis bestaunen. "Dem Team von Thomas Wallner ist es gelungen, den Zuschauer quasi in die Arktis zu beamen und ihm die Möglichkeit zu geben, sich dort selbst umzuschauen", erläutert Wolfgang Bergmann, Arte-Koordinator beim ZDF.

Im Web-Browser kann der Anwender die Perspektive mit der Maus steuern, bei den Mobilgeräten reicht es aus, sie in die jeweilige Richtung zu drehen. "Jede Drehung eröffnet eine neue Perspektive, etwa von der Kufe eines Hubschraubers auf dem Flug über Eisberge und Gletscher, rundherum, nach oben, nach unten", schildet Bergmann sichtlich begeistert.

Das optimale Erlebnis in der "virtuellen Realität" bietet die "Virtual-Reality"-Brille Oculus Rift, die derzeit aber nur als Prototyp für Entwickler zu haben ist. Das ähnlich konstruierte Headset "Gear VR" von Samsung soll immerhin im Dezember in den USA auf den Markt kommen. Zuschauer von Arte in Europa können sich auch mit einem Pappgestell behelfen, in das man das Smartphone hineinschiebt und dann ähnlich wie bei den Profimodellen von Oculus oder Samsung die virtuelle Realität erfahren kann.

Auf der Website "Polar Sea 360°" von Arte kommen neben den Abenteurern auf der schwedischen Segelyacht und anderen Mitreisenden auch eine Reihe von Wissenschaftlern, Polar-Experten sowie Geschichtenerzähler der Inuit zu Wort. Damit setzt Arte das Attribut "360 Grad" auf der spannenden Reise entlang der Nordwestpassage nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich um.

Website Polar Sea 360° von Arte

iOS-App Polar Sea zur Sendung

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