So schützen Sie sich bei Facebook

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Das eigene Leben als Facebook-Seite: Im September 2011 stellte Gründer Mark Zuckerberg die Chronik vor.

München – Facebook ändert sein Erscheinungsbild. Am Mittwoch werden die Profile aller Nutzer auf die sogenannte Chronik umgestellt. Betroffen sind in Deutschland mehr als 22 Millionen Mitglieder. Von Datenschützern hagelt es Kritik. Was Nutzer nun tun sollten.

Mark Zuckerberg war begeistert – natürlich. „Dein ganzes Leben auf einer Seite“, schwärmte er im September über die Neuerung, die die Programmierer für sein soziales Netzwerk Facebook entwickelt hatten. Die Profilseiten der Mitglieder – in Deutschland mehr als 22 Millionen, weltweit rund 800 Millionen – sollten künftig die Geschichte ihres ganzen Lebens erzählen. „Chronik“ nennt Facebook diese neue Ansicht in Deutschland. Vom Kinderfoto über die Jugendfreundin bis zum Rentner-Stammtisch soll jeder das Leben seiner Freunde nachvollziehen könne – so stellt sich Zuckerberg das zumindest vor.

Doch die Nutzer sind nicht begeistert. Zunächst konnten sie noch wählen, ob sie lieber bei der alten Ansicht bleiben oder zur Chronik wechseln wollten. Kaum einer wählte die Chronik. Damit ist nun Schluss. Ab Mittwoch ist die Chronik für alle verpflichtend. Dann bleibt den Nutzern noch eine Woche Zeit, um die eigene Chronik durchzuschauen und Beiträge zu löschen, die sie lieber nicht noch einmal allen Freunden zugänglich machen wollen. Nach sieben Tagen wird die Chronik dann sichtbar – je nach Einstellung nur für die eigenen Freunde oder für jeden Internetnutzer.

Datenschützer sind wieder einmal alarmiert. „Wir finden das sehr problematisch“, sagt der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht, Thomas Kranig. Er kritisiert insbesondere die kurze Umstellungsfrist. Andererseits verändere Facebook bei der Umstellung offenbar nicht die Privatsphäreneinstellungen seiner Nutzer. Wer seine Daten bisher nur seinen Freunden zugänglich macht, hat auch weiterhin nichts zu befürchten. Doch Kranig muss im Ungefähren bleiben. Seine Behörde, die für die Datenschutzaufsicht privater Unternehmen zuständig ist, hat keine Testprofile bei Facebook, mit denen man die Neuerung selbst ausprobieren könnte.

Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern wird da konkreter. Die größte Gefahr bestehe darin, dass man die Übergangsfrist von einer Woche ungenutzt verstreichen lasse. Die Einführung der Chronik habe vor allem den Sinn, Werbekunden „ein kompakter zusammengefasstes Kundenprofil“ bieten zu können. Denn Facebook gebe die Daten an Dritte weiter – seien es Werbekunden, Polizei oder Geheimdienste. Generell müsse jedem Facebook-Nutzer klar sein, dass er „ein Stück weit gläserner wird“, sagt Halm. Sie weiß aber auch: „Man wird um soziale Netzwerke nicht herum kommen.“ Deshalb sei „Datensparsamkeit“ angebracht. Man sollte nur die Informationen preisgeben, die man auch einem Wildfremden auf der Straße erzählen würde, rät Halm. Auch sie kritisiert die kurzfristige Umstellung.

Deshalb müssen Nutzer jetzt handeln. Zunächst sollte man seine Privatsphäreneinstellungen überprüfen. Sie sind unter dem Menüpunkt „Konto“ zu finden. Man sollte standardmäßig einstellen, dass die eigenen Beiträge nur von Freunden gesehen werden können. Wer bisher eine andere Einstellung gewählt hatte, kann sie nachträglich für ältere Beiträge auf der gleichen Seite ändern. Anschließend sollte man alle eigenen Beiträge in der Chronik durchsehen und prüfen, ob sie weiterhin sichtbar bleiben sollen. Entscheidet man sich dagegen, lassen sich die einzelnen Beiträge entweder komplett löschen oder in der Chronik verbergen, indem man oben rechts auf das Stift-Symbol klickt und eine der beiden Opitonen wählt. Wer wissen will, wie die eigene Chronik für einzelne Freunde aussieht, kann sie sich aus deren Perspektive anzeigen lassen. Dafür muss man auf der Chronik-Seite oben rechts auf das kleine Zahnrad-Symbol klicken und dann die Option „Anzeigen aus der Sicht von...“ wählen.

Philipp Vetter

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