Smarte Epson-Brille projiziert direkt ins Blickfeld

Per Kabel hängt ein Minicomputer an der Epson Moverio BT-300, die rund 800 Euro kosten soll. Foto: Epson
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Per Kabel hängt ein Minicomputer an der Epson Moverio BT-300, die rund 800 Euro kosten soll. Foto: Epson

Mehr Informationen zu Exponaten in einem Museum und Livebilder von der Kameradrohne direkt vor Augen? Oder von anderen unbemerkt einen Film schauen? Eine smarte Brille von Epson soll das möglich machen. Mit zwei winzigen OLED-Displays projiziert sie Bilder ins Sichtfeld.

Barcelona (dpa/tmn) - Wirklich unauffällig ist Epsons neue smarte Brille nicht: Die auf dem Mobile World Congress (22. bis 25. Februar) vorgestellte Moverio BT-300 wirkt wie eine klobige Lesebrille mit dicken Gläsern. 

In den Brillenbügeln stecken aber zwei OLED-Displays, die Bilder direkt in das Blickfeld des Trägers projizieren. Wo Betrachter von außen nur dicke Brillengläser sehen, schwebt vor dem Auge des Nutzers ein Bild in HD-Auflösung.

Über eine eingebaute Fünf-Megapixel-Kamera erkennt die Brille Objekte und kann - die richtige Software vorausgesetzt - Informationen dazu einblenden. In Barcelona demonstriert Epson das etwa mit einem Gemälde: Schaut man es durch die Brille an, verändert es sich vor dem Auge des Betrachters. Ein weiteres Vorführbeispiel: Die Brille spiegelt Feuerwerk über Fotos von Sehenswürdigkeiten aus aller Welt. Augmentierte Realität (AR) nennt sich das: Was der Nutzer sieht, wird mit zusätzlichen Bildern und Informationen angereichert.

Im Gegensatz zur viel kritisierten Google Glass will Epson aber kein Gerät für den Alltag schaffen, das ständig getragen wird, filmt und speichert. Die Japaner haben andere Einsatzszenarien im Blick: Museen könnten die Brille etwa als elektronischen Guide mit Informationen zu den Exponaten nutzen, in Geschäften könnten sich Kunden per Brille über Produkte informieren oder auch Kleidung virtuell anprobieren. Auch im Bildungsbereich sieht Epson-Managerin Valérie Riffaud-Cangelosi viele Einsatzmöglichkeiten. Volkswagen etwa trainiere Monteure mit einer Vorgängerversion der Moverio.

Die smarte Brille sei aber auch aber auch für Privatanwender geeignet, sagt Riffaud-Cangelosi. "Viele nutzen sie, um ihre Kameradrohnen zu steuern." Ein kompatibles Modell vorausgesetzt, kann der Pilot das Videosignal der Drohne direkt ins eigene Blickfeld einspielen. Dazu gibt es Daten wie Flughöhe oder Geschwindigkeit. Auch Filme lassen sich - unsichtbar für andere - ins Brillenglas spiegeln.

Die zur Berechnung der Bilder nötige Technik steckt in einem per Kabel angebundenen, seifenstückgroßen Minicomputer mit Intel-Atom-Prozessor und Android 5.1. Der Recheneinheit kann über eine berührungsempfindliche Fläche wie ein Smartphone bedient werden. Per WLAN können Apps oder Filme heruntergeladen werden, Peripheriegeräte verbinden sich per Bluetooth.

Die Moverio BT-300 soll ab Oktober für rund 800 Euro verfügbar sein. Bis dahin soll sie noch leichter und stabiler werden. Bislang wiegt die Brille ohne Computer 88 Gramm. Zum Vergleich: Selbst sehr leichte Virtual-Reality-Brillen wiegen schnell 200 Gramm und mehr. 

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