Third-Person-Shooter

Kinoreife Action: „The Order: 1886“ im Test

London - Cineastisch und opulent-historisch geht es in einem der ersten Videospiel-Höhepunkte in diesem Jahr zu. „The Order: 1886“ von Sony entführt den Spieler in das viktorianische London. Zum Test.

Das viktorianische London im 19. Jahrhundert. Die industrielle Revolution hat gerade erst begonnen. Doch manche Menschen nutzen bereits fortgeschrittene Technologie im Kampf gegen eine mächtige Bedrohung aus längst vergangener Zeit. Der neue Spieletitel „The Order 1886“ entführt den Spieler in eine historische Welt, in der Mystik und Technik aufeinandertreffen. Exklusiv für Sonys Playstation 4 ist der Titel nun in den Handel gekommen.

„The Order 1886“ besticht mit schaurig-schöner Grafik, die sich dem Genre des Steampunk entlehnt, und entführt mit zahlreichen Filmsequenzen in eine fantastische historische Epoche. Ein alter Ritterorden beschützt die Menschen vor den zunehmenden Angriffen der furchteinflößenden „Half Breeds“. Diese Horror-Mischung aus Tier und Mensch entstand bereits viele Jahrhunderte zuvor durch eine genetische Mutation des Menschen. Inzwischen besteht die Befürchtung, dass die „Half Breeds“ die Herrschaft übernehmen.

Der Spieler schlüpft in die Rolle des edlen Sir Galahad. Nicht zufällig trägt der Ritter den Namen eines der wichtigsten Protagonisten der Artus-Runde. Mit tatkräftiger Unterstützung von Sebastian Malory, Isabeau D'Argyll und Marquis de Lafayette macht sich der Ordens-Ritter auf in den Kampf. Durch einen glücklichen Zufall sind sie im Besitz des Heiligen Grals und des Schwarzen Wassers, einer mystischen Flüssigkeit, die das Leben deutlich verlängert und entstandene Wunden schneller heilt.

Das Spiel und seine grafische Inszenierung leben von der Begeisterung für maschinelle Technik und elektrische Phänomene. Zeppeline aus Metall schweben durch die Luft. Auch der - historisch reale - Ingenieur und Erfinder Nikola Tesla spielt als junger Wissenschaftler im Alter von 30 Jahren eine wichtige Rolle in dem Geschehen und hilft den Protagonisten bei ihrem Kampf gegen die „Half Breeds“ mit zahlreichen elektrischen Erfindungen. Vorbild für die Monster, die die Menschheit bedrohen, sei der „Elefantenmensch“ gewesen, sagte Ru Weerasuriya, Mitgründer und Chef des Entwicklerstudios Ready at Dawn. Die Vorlage basiert auf einem authentischen Fall. Der Mann John Merrick war wegen schwerer körperlicher Deformationen im 19. Jahrhundert zu einer gruseligen Jahrmarktssensation geworden und lieferte auch den Stoff für zahlreiche Romane.

Keine Frage: Was die Grafik angeht, gehört "The Order: 1886" zum Besten, was man bislang auf der Playstation 4 zu sehen bekam. Auch die Atmosphäre ist klasse: Wer die Filme "Van Helsing", "From Hell" oder "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" mag, wird schnell seine Liebe zu diesem Spiel entdecken.

Auch die Actionsequenzen überzeugen. "The Order: 1886" ist ein astreiner Third-Person Shooter. Besonders cool sind die extravaganten Waffen, wie die "Arc Gun", die auch weit entfernte Gegner mit einem Elektro-Strahl erledigt. Oder das Thermit-Gewehr, mit dem man erst ein explosives Gas versprüht, das man anschließend mit einem Schuss zum Explodieren bringt. Oft muss Galahad aus der Deckung kämpfen. Man versteckt sich hinter irgendwelchen Hindernissen und nimmt die Gegner aufs Korn. Wenn die Werwölfe ins Spiel kommen, ist hingegen schnelles Ausweichen gefragt - um die Viecher dann mit der Waffe zu beharken.

Wenn Galahd mit irgendetwas im Spiel interagiert, erfolgt dies in der Regel in Form von Quicktime-Events. Auch bei den Boss-Kämpfen muss man meist die richtigen Knöpfe zum richtigen Zeitpunkt drücken. Wenn man das hinkriegt, wird man in der Regel mit einem spektakulären (und nicht selten recht blutigen) Abgang des Bosses belohnt. 

Abseits der coolen Actionsequenzen verliert "The Order: 1886" nicht selten an Tempo. So marscheirt man längere Zeit durch die Straßen Londons und beobachtet das Treiben der anderen Menschen. Was für das Vorantreiben der Story natürlich wichtig ist. Aber stellenweise schon ermüdend wirkt. Zumal man bei den Streifzügen nichts berühren darf. Auch schneller Laufen ist nicht möglich, wenn es einem dabei mit der Zeit fad wird. Auch die Cutscenes wirken nach den Actionszene manchmal wie eine leichte Spaßbremse.

Fazit: "The Order: 1886" ist eines der besten Actionspiele für die Playstation 4. Eine großartige Fantasy-Story, extrem coole Action und eine sensationelle Grafik lassen das Herz eines jeden Shooter Fans höher schlagen. Ein tolles Spiel, das mit acht Stunden Spielzeit aber viel zu kurz ausfällt. Mehr davon!

„The Order: 1886“ ist exklusiv für Playstation 4 erschienen und kostet rund 70 Euro. Es sind unterschiedliche Editionen verfügbar. Eine Jugendfreigabe hat das Spiel nicht erhalten.

dpa/fro

Rubriklistenbild: © Sony Playstation

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