Nationaler IT-Gipfel

De Maizière: "Nacktbilder gehören nicht in Cloud"

+
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Bitkom-Vorstandsmitglied Dieter Kempf, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz auf dem IT-Gipfel in Hamburg.

Hamburg - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat auf dem Nationalen IT-Gipfel davor gewarnt, online zu viele Daten preiszugeben.

„Ein Nacktbild gehört einfach nicht in die Cloud“, sagte de Maizière am Dienstag in der Hamburger Handelskammer. Man müsse „nicht alles im Internet erledigen“. Um Vertrauen in das Netz zu schaffen, müsse ein Verständnis für verschiedene Stufen der Sicherheit entstehen.

So könnten schon mit wenigen Maßnahmen wie Passwortänderungen und Verschlüsselung 80 bis 90 Prozent der Gefahren abgewendet werden. Beim IT-Gipfel diskutieren mehr als 800 Vertreter aus Politik und Wirtschaft über die Digitalisierung.

Gabriel kündigt Millionen für Internet-Dienstleistungen an

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte auf dem IT-Gipfel an, dass die Bundesregierung die Entwicklung von internetbasierten Dienstleistungen in Deutschland künftig finanziell fördern will. So soll das Zukunftsprojekt „Smart Service Welt“ mit 50 Millionen Euro unterstützt werden.

Die Bundesregierung reagiert damit auf den Erfolg von weltweiten digitalen Vorreitern wie Amazon und Google, die vor allem mit leicht bedienbaren Diensten bei ihren Kunden punkten. „Insbesondere die traditionell starken Industriezweige wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Automobilbau sollen stärker in diesen Dialog einbezogen werden“, sagte Gabriel.

Im Bereich intelligente Dienstleistungen lägen große Wachstumspotenziale, sagte Gabriel. Bis zum Jahr 2017 werde die Bundesregierung fast eine halbe Milliarde Euro an Fördermitteln für die Digitalwirtschaft bereitstellen. Von dem Geld sollen auch fünf Kompetenzzentren für den Mittelstand finanziert werden, die Wissen über die Chancen und Herausforderungen der „Industrie 4.0“ vermitteln sollen. „Wenn 70 Prozent des Mittelstands bei einer Umfrage sagen, IT betrifft sie nicht vorrangig, ist das besorgniserregend“, betonte Gabriel.

Der Wirtschaftsminister sprach sich auf dem Gipfel in der Handelskammer Hamburg dafür aus, die Finanzierung von Startups in Deutschland zu erleichtern und eine „Börse 2.0“ einzurichten. Dabei müssten allerdings die Lehren aus dem Zusammenbruch des „Neuen Marktes“ berücksichtigt werden. Es gebe bereits Gespräche mit der Deutschen Börse, einen konkreten Zeitplan für die Einrichtung eines neuen Finanzmarktplatzes für Startups konnte Gabriel allerdings nicht nennen. Im Vergleich zu dem Finanzierungsumfang von jährlich 50 Milliarden Dollar im kalifornischen Silicon Valley würden in Deutschland die Finanzierungsmittel für dieses Segment nur in „homöopathischen Dosen“ zur Verfügung gestellt.

Konstantin von Notz, netzpolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte Gabriels Auftritt als „langweilige und unkritische Industrie-Rede“. Er warf der Bundesregierung vor, das Thema der Netz-Überwachung der Geheimdienste totzuschweigen.

dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.