#weilwirdichlieben wird zum Bashtag

Spott und Häme für ÖPNV-Werbeaktion

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Die BVG erhält derzeit bei Twitter die Quittung für Fahrpreise und überfüllte Züge.

Berlin - Eigentlich wollten sich die Berliner Verkehrsbetriebe mit dieser PR-Aktion unter dem Hashtag #weilwirdichlieben bei ihren Kunden ein wenig Lob abholen. Das war wohl nichts.

Immer wieder versuchen Firmen ihr Image in den sozialen Netzwerken aufzupolieren. Probates Mittel der Wahl: Eine Kampagne mit dazugehörigem Hashtag. Auch die Berliner Verkehrsbetriebe reihen sich nun in den Reigen von Hashtag-Aktionen ein, die irgendwie nicht so laufen, wie die PR-Agentur das geplant hatte. Bekanntestes Beispiel - oder besser Anti-Beispiel - ist bis heute die Aktion der New Yorker Polizei mit #myNYPD. Statt freundlichen Bildern vom Polizisten, deinem Freund und Helfer, posteten die Twitter-User Fotos von gewalttätigen Gesetzeshütern.

Im Vergleich dazu sind die Berliner Verkehrsbetriebe bislang noch glimpflich davon gekommen. Am 12. Januar startete die Aktion mit dem Hashtag #weilwirdichlieben auf Twitter durch und zählt jetzt schon über 600 Follower. Die Pressestelle der Verkehrsbetriebe erklärte die Kampagne folgendermaßen: "Fast jeden Tag erleben wir skurrile, lustige oder anrührende Geschichten von und mit Fahrgästen in unseren Bussen und Bahnen. Zeit, diese oft doch besonderen Momente zu teilen." Allerdings haben die Wenigsten, die sich dazu berufen fühlten, ihre Erlebnisse zu teilen, eine positive Geschichte zu erzählen.

Gruppenkuscheln in überfüllten U-Bahnen

Wie zum Beispiel der Tweet von Maike beweist: "Die BVG-Tramfahrer, die bei Eiseskälte in der Endhaltestellenschleife parken, anstatt uns schon mal einsteigen zu lassen. #weilwirdichlieben". Doch nicht nur herzlose Trambahnfahrer stehen unter Beschuss, auch die Preispolitik der BVG wird kritisiert: "2,70 Euro für die einfache Fahrt, 'ohne Rück- und Rundfahrten' #weilwirdichlieben", moniert Sebastian.

Auch überfüllte Busse und U-Bahnen tragen nicht gerade dazu bei, dass die Menschen die BVG bei Twitter mit Liebe überschütten wollen: "#weilwirdichlieben führen wir Fahrgastzählungen in Schulferien durch und wundern uns später warum die Busse gnadenlos überfüllt sind", schreibt eine Userin namens Frau Gummibärchen. Etwas humorvoller twittert Miss May: "#weilwirdichlieben setzen wir in der Rush Hour Kurzzüge ein. Das stärkt das Gruppengefühl."

Wie schief die Aktion wirklich lief, fasst Sascha P. zusammen: "Die #BVG so: "Hab mich lieb!" Berlin so: "NEIN!" #weilwirdichlieben". Mittlerweile haben auch die Verantwortlichen bei den Berliner Verkehrsbetrieben reagiert und versuchen mit Humor und ganz viel Liebe gegen den aufziehenden Shitstorm anzugehen. 

"Wir sagen mal so: Alles, was schwarz-gelb ist, hat es zur Zeit nicht leicht. Aber wir bleiben am Ball!", twittert die BVG über das eigens für die Aktion eingerichtete Twitter-Profil am Dienstag. Aber auch mit Fußball lassen sich die Kunden der BVG am zweiten Kampagnentag nicht versöhnen. Da hilft wohl nur eine Liebes-Offensive: "Guten Morgen, Berlin! Schlechte Nachrichten für alle Twitterer: Wir lieben euch noch immer." Ob diese Liebe jemals erwidert wird?

vf

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