Höchst umstritten

Neue App lässt Menschen bewerten

+
Die neue App ist nicht nur bei Datenschützern sehr umstritten.

New York - In den USA kann man jetzt per App einen Babysitter bewerten. Nach großen Protesten vorab wurde die Anwendung Peeple zwar entschärft. Doch eine geplante Funktion sorgt für Kritik.

Die umstrittene App Peeple, in der sich Menschen gegenseitig bewerten können, ist trotz enormer Kritik an den Start in Nordamerika gegangen. Zunächst nur auf Apple-Geräten und in entschärfter Version können Nutzer seit Montag etwa den Kollegen, die Babysitterin oder den Ex-Freund beurteilen. Die Macher betonten, dass die Einträge nur mit Zustimmung der betroffenen Nutzer freigeschaltet würden.

Allerdings kündigten sie in „naher Zukunft“ die kostenpflichtige Funktion „Truth License“ an, die „alles zeigt, das jemals über eine Person geschrieben wurde, egal ob es auf deren Profil veröffentlicht wurde, oder nicht“, hieß es in einer Pressemitteilung. Damit könne man „bessere Entscheidungen“ über die Menschen in seinem Umfeld treffen.

Wird es eine "Katastrophe"?

Im Netz gab es bereits erste Reaktionen: „Ich kann nicht glauben, dass Peeple, das „Yelp für Menschen“ tatsächlich gestartet ist“, schrieb eine Nutzerin auf Twitter. Und in einem anderen Eintrag hieß es zu dem Launch: „Wer glaubt ebenfalls, dass das eine Katastrophe ist?“

Bereits im Herbst 2015 hatten die Pläne der kanadischen Gründerinnen Julia Cordray und Nicole McCullough für einen Aufschrei gesorgt. Sogar Morddrohungen sollen die beiden erhalten haben. Von den anfänglichen Plänen eines Fünf-Stufen-Rankings nahmen die beiden inzwischen Abstand. Statt von Bewertungen ist jetzt vielmehr von Empfehlungen die Rede, die in den drei Kategorien Persönliches, Berufliches und Dating vergeben werden können.

Keine anonyme Registrierung möglich

Auf der Seite heißt es zudem, Profile könnten gelöscht werden. Und werden Personen bewertet, die noch keine Nutzer der App sind, bekommen sie eine Einladung, damit sie den Eintrag zur Freischaltung prüfen können. Die Macher betonen zudem, dass sich niemand anonym bei Peeple registrieren könne, so seien ein Facebook-Account und eine Handynummer bei der Anmeldung nötig.

Experten äußerten dennoch Bedenken: „Einige Probleme wurden gelöst, aber ganz signifikante sind geblieben“, sagte der Anwalt und Universitätsdozent Paul Dernal dem britischen Sender BBC. Dass man sein Profil löschen könne, sei eine Illusion, da einmal veröffentlichte Informationen nicht mehr als dem Netz zu bekommen seien. Und die geplante „Truth License“-Funktion untergrabe alle Sicherheitsvorkehrungen der Peeple-Entwickler, sagte Dernal. „Wenn Menschen böse Dinge über dich sagen, kommen diese auch heraus.“

Peeple - Bewertungsportal für Menschen

dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.