Wege zum intakten Display: Tablet und Smartphone reparieren

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Komplett zerlegt: Für bestimmte Smartphone-Reparaturen, etwa am Display, müssen Bastler die Geräte vollständig auseinandernehmen. Foto: Franziska Gabbert

Display gesprungen, Akku leer, Gehäuse verkratzt: Ist das Smartphone defekt, ist guter Rat oft teuer. Doch einige Macken können Bastler selbst reparieren. Die Anleitungen und das Werkzeug dafür gibt es im Netz - oder im Repair-Café um die Ecke.

Göttingen (dpa/tmn) - Smartphone und Schlüssel in derselben Tasche - das gibt schnell einen Kratzer im Display. In solchen Fällen geht es nicht ohne Reparatur, im Idealfall mit Hilfe von Garantie und Gewährleistung. Doch was, wenn Hersteller und Händler nicht mehr helfen?

"Einige Reparaturen am Smartphone oder Tablet können Verbraucher auch selbst durchführen", sagt Sarah Raymaekers vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de". Neben Fingerspitzengefühl brauchen Bastler dafür vor allem passendes Werkzeug, eine gute Anleitung und ein wenig Geduld.

In Eigenregie lassen sich zum Beispiel beschädigte Backcover, Displays oder Akkus austauschen. Das gilt aber nicht für jedes Gerät. "Es ist prinzipiell vom Modell abhängig, ob man das Gerät selbst reparieren kann", erklärt Stephan Hartmann von der Zeitschrift "Chip".

Sind die Gehäuse nur verschraubt, ist der Austausch für Bastler meistens kein großer Akt. "Ist das Gehäuse aus einem Stück - Unibody genannt - oder sind Komponenten fest verlötet, wird es deutlich schwieriger", sagt Hartmann, der im Testlabor der "Chip" als Messtechniker arbeitet.

Für passende Bauteile ist das Internet die beste Anlaufstelle. "Ersatzteile findet man auf diversen Webseiten oder direkt bei eBay", sagt Hartmann. Hierfür müssen Nutzer nur das Modell und den Begriff "Ersatzteile" in der jeweiligen Suche eingeben.

Das passende Werkzeug, etwa spezielle Schraubendreher zum Öffnen der Geräte, gibt es in sogenannten Reparatursets. Die können Bastler bei Anbietern wie ifixit oder Fixxoo im Netz bestellen. "Für eine Einmal-Reparatur reicht das in der Regel aus", sagt Hartmann. "Wer öfter Reparaturen vornimmt, sollte aber in ein Werkzeug-Set für Feinelektronik investieren."

Selbst mit Werkzeug und Ersatzteilen schrauben Verbraucher aber lieber nicht ziellos drauf los. "Vor der Reparatur sollten Bastler Schritt für Schritt die Anleitung für jedes Modell ansehen und unbedingt die Warnhinweise befolgen", erklärt Hartmann. Genaue Anweisungen mit Bildern und Videos gibt es zum Beispiel auch bei ifixit, Fixxoo oder einfach bei YouTube.

Wer sich von so viel Bastelei überfordert fühlt, findet Unterstützung in sogenannten Reparatur-Cafés. "Das Repair Café ist ein Hilfe-zur-Selbsthilfe-Konzept", sagt Elisa Gasch vom Repair Café Kunst-Stoffe in Berlin. "Ehrenamtliche Helfer und Experten unterstützen Besucher dabei, so viel wie möglich an kaputten Geräten und Gegenständen selbst reparieren zu können."

Die Skepsis vor der Technik ist bei vielen Café-Besuchern schnell überwunden: "Die Praxis hat gezeigt, dass nach den ersten Schrauben am Gehäuse die Hemmungen fallen und die Gäste danach sogar gerne den Schraubendreher und mit etwas mehr Eingewöhnung den Lötkolben in die Hand nehmen", erklärt Elisa Gasch. Eine Übersicht von Reparatur-Cafés findet sich im Internet beispielsweise auf der Seite Anstiftung.de, die sich auf offene Werkstätten, Reparaturinitiativen und Gemeinschaftsgärten spezialisiert hat.

Wer im Café oder zu Hause schraubt, kann damit viel Geld sparen. Neben der investierten Zeit fallen nur die Kosten für die Ersatzteile und das Werkzeug an. "Dennoch gibt es im Netz viele günstige Reparaturdienste - sich einen Kostenvoranschlag einzuholen, kann nicht schaden", erklärt Sarah Raymaekers.

Übersicht Repair-Cafés bei "Anstiftung.de"

Reparatur-Portal ifixit

Reparatursets bei Fixxoo

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