Was Ulmer Forscher herausfanden

Datenschutzlücke bei WhatsApp schockt Nutzer

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Datenschutzlücke bei WhatsApp: Die Anzeige des Online-Status gibt Informationen über das Privatleben der Nutzer preis. Das fanden nun Ulmer Forscher in einer neuen Studie heraus.

Ulm - Wieder Negativschlagzeilen für den Messenger-Dienst WhatsApp: Forscher aus Ulm haben nun herausgefunden, wie die App das Privatleben der Nutzer ausplaudert.

Update: Schon wieder gibt es eine neue und umstrittene Funktion bei WhatsApp: Der Messenger zeigt künftig den "Gelesen"-Status mit zwei blauen Haken an. Was dahinter steckt, erfahren Sie bei uns.

Nutzer der Chat-App sind schockiert: Eine neue Studie von Forschern der Universität Ulm und Pittsburgh (USA) beweist, dass eine Datenschutzlücke bei WhatsApp gefährlich viele Informationen aus dem Privatleben der User ausplaudert.

Online-Status auch nach Deaktivierung sichtbar

Viele Nutzer wollen auf keinen Fall, dass andere wissen, wann sie online waren oder eine Nachricht gesehen haben. Deswegen stellen die meisten diese Funktion in den Privatsphäre-Einstellungen aus. Doch das soll nichts nützen, berichtet die Universität. Der Online-Status könne direkt beim WhatsApp-Server eingesehen werden. Und noch viel schlimmer: Mit den Daten lasse sich der komplette Tagesablauf eines Nutzers rekonstruieren!

Forscher entwickelten spezielle Software

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie der Forschungskooperation zwischen Ulm und Pittsburgh. Mithilfe einer speziellen Software haben die Professoren Frank Kargl und Sebastian Königs WhatsApp-User genauestens überwachen können. Vier Wochen testeten die Forscher die Software an zwei Gruppen mit je 19 Mitgliedern im Alter von 17 bis 29 Jahren. Die Probanden hatten der Verwendung ihrer Daten zugestimmt.

Online-Status lässt Rückschlüsse auf Tagesablauf zu

Die Software ermöglichte es dem Forschungsteam, genau zu ermitteln, wann welcher Nutzer wie lange im Messenger WhatsApp online war. Diese Daten bildeten die Grundlage für Mutmaßungen über den Tagesablauf der jeweiligen Person. In Interviews nach der Überwachungsphase befragten die Forscher die Teilnehmer nach ihren individuellen Tagesabläufen - und fanden viele Übereinstimmungen mit ihren Annahmen! Die Überwachten reagierten geschockt.

Missbrauch der Daten gefährdet Privatsphäre massiv

"Mit unserem Forschungsvorhaben wollten wir die Möglichkeit der Überwachung demonstrieren und darauf hinweisen, welche Konsequenzen dies für die Privatsphäre haben kann", erklärt Andreas Buchenscheit, Erstautor der Studie gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Des Weiteren sei die angewendete Methode zur Speicherung der Online-Zeiten auch für Regierungen interessant, die Bürger überwachen wollen.

Präsentation der Studie im November

Aktuell nutzen rund 500 Millionen Nutzer weltweit die Chat-App WhatsApp. Die Ausmaße der Datenschutzlücke sind gewaltig. Wie die Internetseite der Universität Ulm schreibt, soll die Studie im November bei der internationalen Konferenz "MUM 2014: The International Conference on Mobile and Ubiquitous Multimedia" in Melbourne vorgestellt werden.

vin

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