Mit Stone Cold Steve Austin

WWE 2K16: So gut ist die neue Wrestling-Simulation

Vor 16 Jahren zierte Stone Cold Steve Austin erstmals das Cover eines WWE-Spiels: In der selben Pose - mit nach oben gereckten Armen - wie 1999 auf dem Cover von "Attitude" ist "The Rattlesnake" auch auf dem aktuellen Cover abgebildet. Das kommt nicht von ungefähr. Der "Showcase", also die Storyline mit vorgegebenen Zielen bei WWE bei WWE 2K16 dreht sich um die Karriere von Stone Cold. Die startete offiziell mit dem Finale des Kin-of-The-Ring-Turniers 1996 gegen Jake Roberts, das die Geburtsstunde von "Austin 3:16" markierte. Natürlichist auch die komplette Fehde mit Vince McMahon geboten, die von nicht wenigen Wrestling-Fans als beste Storyline aller Zeiten angesehen wird. Zudem gibt es legendäre Matches wie das von Wrestlemania 14 gegen Shawn Michaels (Austins erster World-Champion-Titel) und die Schlacht gegen Bret Hart bei Wrestlemania 13, bei der Stone Cold blutend im Sharpshooter das Bewusstsein verlor (aber nicht aufgab, was seinen Face-Turn markierte). Es geht sogar noch weiter in die Vergangenheit von Steve Austin zurück. so gehört das ECW-Match gegen Mike Whipwreck ebenso dazu wie der WCW-Fight gegen Ricky Steamboat. Und logo: Natürlich bietet der Showcase auch die Matches gegen The Rock und Triple H.

Was das Herz eines jeden WWE-Fans freut: Nach dem enttäuschend kleinen Kader des Vorjahres mit 60 Wrestlern kann man heuer in WWE 2K16 nahezu doppelt so viele Stars spielen. Neben aktuellen WWE-Superstars wie Roman Reigns und Brock Lesnar sowie NXT-Helden wie Finn Balor sind auch jede Menge Legenden geboten: Unter anderem steigen der Ultimate Warrior, Bam Bam Bigelow, Cactus Jack, General Adnan oder der Macho Man Randy Savage. Nur einen sucht man vergeblich: Hulk Hogan wurde nach einem Rassismus-Skandal auch aus dem Roster von WWE 2K16 verbannt. Ansonsten ist aber das Beste von Gestern und Heute vertreten, das die WWE zu bieten hat. Hinzu kommt niemand Geringeres als WWE-Legende Arnold Schwarzenegger, der als Terminator in den Ring steigt.

Markierte bereits der Vorgänger einen großen Schritt weg vom Arcade-Game und hin zur Wrestling-Simulation, so geht WWE 2K16 diesen Weg konsequent weiter. Was dem Spiel nur gut tut. Zum ersten MAl muss man seine Ressourcen wie die limitierten Konter einteilen, was aber ein mehr an Spielspaß mit sich bringt. Konnte man sich im Vorgänger-Spiel mit dem Gegner noch eine wahre Konter-Schlacht liefern, so ist es bei WWE 2K16 nur mehr möglich, eine begrenzte Anzahl an Kontern auszuführen. Was den Matches ein strategisches Element beschert. so sollte man sich sehr gut überlegen, ob man bei harmlosen Angiffen schon zum Gegenmanöver ansetzt, oder sich den Konter Joker für eine gefährliche Situation aufhebt. Hinzu kommen frische Pin- sowie Aufgabe-Systeme. Laune macht vor allem das an UFC Undisputed 3 angelehnte Submission-Minispiel.

Was die Präsentation angeht, so ist WWE 2K16 erste Sahne! Die Einmärsche der Wrestler sind episch insziniert, die Arenen kochen vor Stimmung. Zum genialen Wrestling-Erlebnis tragen auch die Kommentatoren bei. Was vor allem an JBL liegt, der erstmals hinter dem Mikro sitzt. Toll. Zwischen den Einzügen der Wrestler gibt es keine Ladezeiten mehr, wodurch diese wie im TV rüberkommen.

Neben dem viel zu übersichtlichen Roster kritisierten WWE-Fans beim Vorgänger die zu kleine Zahl an Spielmodi und Features. Auch hier wurde bei WWE 2K16 nachgebessert:  

Karriere-Modus: wie im vergangenen Jahr beginnt man als Nachwuchs-Wrestler im Performance-Center und muss sich über die Shows der "Farmliga" NXT mühsam in die WWE hocharbeiten. Der Weg in die Hall of Fame ist gepflastert mit Entscheidungen. In den Interviews vor den Matches kann man sich als Face oder Heel verkaufen. Man kann in fremde Matches eingreifen und Fehden pflegen. Und man kann sich der "Authority", also dem Gespann Stephanie McMahon und Triple H, anschließen - oder man kann gegen die McMahon-Tochter und gegen Vinnie Macs Schwiegersohn arbeiten.

WWE 2K16 gibt es seit 27. Oktober 2015 für PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360 und Xbox One. Altersfreigabe: Ab 16 Jahren.

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