Weniger Migranten als erwartet

2015 kamen 890 000 Asylsuchende

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Frauen und Kinder in einer Flüchtlingsunterkunft. Foto: Boris Roessler/Archiv

1,1 Millionen Flüchtlinge hatte Bundesinnenminister de Maizière für das Jahr 2015 erwartet - jetzt sind es doch deutlich weniger. Wegen unerfasster Weiterreisen und Rückreisen geht de Maizière jetzt von 890 000 Menschen aus, die im vergangenen Jahr in Deutschland Asyl beantragten.

Berlin (dpa) - Im vergangenen Jahr sind rund 890 000 Asylsuchende nach Deutschland gekommen - statt der bislang kalkulierten 1,1 Millionen. Das gab Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bekannt.

De Maizière hatte in den vergangenen Monaten wiederholt betont, dass die bisher bekannten Zahlen wegen Mehrfachregistrierungen und wegen unerfasster Weiterreisen oder Rückreisen wohl zu hoch gegriffen seien. De Maizière sagte nun: "Die Zahl von 890 000 ist dennoch sehr hoch."

Bei ihrer Ankunft in Deutschland werden Schutzsuchende im sogenannten EASY-System erfasst - einem IT-System zur "Erstverteilung von Asylbegehrenden" auf die Bundesländer, daher die Abkürzung. 2015 wurden in diesem EASY-System bundesweit rund 1,1 Millionen Menschen als asylsuchend registriert.

Die Bundesregierung betonte jedoch schon im vergangenen Jahr, bei den EASY-Zahlen seien "Fehl- und Doppelerfassungen" nicht ausgeschlossen - unter anderem wegen der damals noch fehlenden erkennungsdienstlichen Behandlung von Flüchtlingen.

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