Putschversuch bringt Reisepläne zahlreicher Urlauber durcheinander

Airlines nehmen Flüge in türkische Badeorte teilweise wieder auf

Frankfurt/München. Die Pläne von Türkei-Reisenden werden durch den Putschversuch durcheinandergewirbelt. Mehrere Airlines haben vor allem Flüge nach Istanbul abgesagt. In den Badeorten sieht es anders aus.

Nach dem Putschversuch in der Türkei haben mehrere Airlines Flüge nach Istanbul und Ankara gestrichen. Die Urlaubsregionen des Landes wie Antalya, Izmir oder Dalaman werden dagegen von zahlreichen Fluggesellschaften planmäßig angeflogen. Reiseveranstalter berichteten am Samstag von nur wenigen Urlaubern, die ihren Türkei-Urlaub wegen der unsicheren Lage nicht antreten oder vorzeitig abbrechen wollten. Die Fluggesellschaften rieten den Passagieren, sich möglichst frühzeitig über die aktuelle Lage zu informieren.

Turkish Airlines teilte mit, die Fluglinie habe am Samstagnachmittag ihren normalen Flugverkehr wieder aufgenommen.In der Nacht zum Samstag hatten Teile des türkischen Militärs versucht, die Macht im Land zu übernehmen. Mehr als 250 Menschen kamen Regierungskreisen zufolge dabei ums Leben.

Aktualisiert um 19.10 Uhr.

Bei der Lufthansa wurden alle drei der für Samstag geplanten Lufthansa-Flüge von Frankfurt nach Istanbul abgesagt, wie ein Sprecher sagte. An den Verbindungen zwischen Frankfurt und Antalya sowie Frankfurt und Bodrum hielt die Fluggesellschaft dagegen fest. Vom Drehkreuz München aus flog die Lufthansa am Samstag keine Ziele in der Türkei an. Am Sonntag wollte die Fluggesellschaft größtenteils wieder normal fliegen. " Wir fliegen von Frankfurt nach Istanbul und Antalya sowie von München nach Ankara, Izmir und Bodrum. Von planmäßig 16 Flügen finden 13 statt", sagte ein Lufthansa-Sprecher. "Nur ein Flug Istanbul-Frankfurt fällt aus, weil die Maschine gestern nicht hingeflogen ist, sowie eine Verbindung München-Ankara-München."

In den Badeorten sah es schon am Samstag anders aus als in den Metropolen: Die ersten Flüge des zum Reisekonzern Thomas Cook gehörenden Ferienfliegers Condor seien am Samstagmorgen gestartet, sagte ein Thomas-Cook-Sprecher. Etwa drei Viertel der gebuchten Passagiere hätten die Reise angetreten. Alle für Samstag geplanten 14 Condor-Flüge sollten stattfinden. "In Antalya ist die Lage völlig ruhig." Bisher hätte es kaum Anfragen von Kunden gegeben, die früher abreisen wollten.

Auch Air Berlin nahm die Flüge nach Antalya am Samstag wieder auf. "Wir haben uns dazu entschieden, die Flüge in die Türkei bis auf weiteres durchzuführen", sagte ein Sprecher. Die Airline beobachte die politische Lage und stehe in Kontakt mit den Behörden. Antalya ist das einzige Ziel, das Air Berlin in der Türkei anfliegt. Am Freitagabend hatte die Fluggesellschaft einen Flug von Wien nach Antalya gestrichen. Eurowings teilte mit, die Flüge nach Antalya am Sonntag wieder aufzunehmen.

Mehrere Reiseveranstalter boten Urlaubern, die am Samstag oder Sonntag in das Land am Bosporus reisen wollten, kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen an. "Wir stehen in ständigem Kontakt mit unseren Reiseleitern vor Ort und die berichten, dass die Stimmung unter den Gästen ruhig ist und auch die Lage vor Ort in den Urlaubsgebieten ruhig ist", sagte eine Tui-Sprecherin.

Der Reisekonzern DER Touristik (ITS, Jahn Reisen, Travelix, Meier's Weltreisen, ADAC Reisen, Dertour) berichtete, all seine Reisenden in der Türkei seien wohlauf. Die Situation in den Badeorten sei ruhig und geordnet. "Aktuell gibt es nur einzelne Wünsche nach vorzeitiger Rückreise", hieß es. Der Reiseanbieter startete in der Nacht zum Samstag eine Kundenhotline für Urlauber, deren Abflug bevorsteht. In dieser Nacht gingen den Angaben zufolge etwa 1200 Anrufe ein. Einzelne verunsicherte Urlauber seien von ihrer Reise zurückgetreten.

Das Auswärtige Amt riet allen Deutschen in Ankara und Istanbul zu "äußerster Vorsicht".

www.auswärtiges-amt.de/länderinformationen

Flüge vom Kassel Airport

Der nächste Flug vom Kassel Airport in die Türkei startet laut Flugplan am 19. Juli um 14.45 Uhr. Nach Angaben der Fluggesellschaft Germania vom frühen Samstagnachmittag  wird er vorerst wie geplant stattfinden. Man beobachte die Situation in der Türkei aber genau. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. (dpa/mwe)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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