Arbeit für Flüchtlinge: Vorrangprüfung soll im August fallen - 7700 suchen

Frankfurt. Die Forderungen gab es in der Politik schon länger, jetzt werden die Voraussetzungen geschaffen: Flüchtlingen soll der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Die Vorrangprüfung untersagte Arbeitgebern bisher, Flüchtlinge einzustellen, bevor geprüft war, ob ein Deutscher oder EU-Bürger geeigneter für die Stelle ist. Mit dem neuen Integrationsgesetz des Bundes soll die Vorrangprüfung laut Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg in Hessen am 1. August in allen hessischen Agenturbezirken außer Kraft gesetzt werden.

Vorrangprüfung 

Diese Vorrangprüfung galt bisher für die ersten 15 Monate des Aufenthaltes eines Asylbewerbers in Deutschland. Ausgesetzt wird sie zunächst für drei Jahre. Die Bundesländer können selbst entscheiden, ob sie in den Agenturbezirken auf die Prüfung verzichten. Hintergrund sind die unterschiedlichen Arbeitslosenzahlen in den Bezirken.

Weitere Hürden 

Grundsätzlich gilt: Asylbewerber, deren Verfahren noch läuft (und Geduldete, deren Antrag abgelehnt wurde) dürfen nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland eine Arbeitserlaubnis bekommen. Die Frist läuft erst, nachdem der Asylantrag gestellt wurde. Die Arbeitserlaubnis erteilt die Ausländerbehörde.

Arbeitslose Flüchtlinge 

Im Juni waren in Hessen 7702 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet, die von der Neuregelung profitieren könnten. Sie stehen dem Arbeitsmarkt direkt zur Verfügung. Hinzu kommen laut Arbeitsagentur 16.000 Flüchtlinge, die prinzipiell Arbeit suchten, aber noch verschiedene Programme absolvierten und deshalb dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stünden.

In den kommenden Wochen will die Agentur auch regionale Zahlen präsentieren. Asylbewerber, die in Erstaufnahmeeinrichtungen leben, dürfen vorerst nicht arbeiten.

Qualifikation 

Arbeitsuchende Flüchtlinge in Hessen sind nach den Statistiken der Regionaldirektion in Frankfurt überwiegend männlich (73 Prozent) und jünger als 35 Jahre (60 Prozent). 32 Prozent der 16 000 als arbeitssuchend gemeldeten Flüchtlinge sind ohne Hauptschulabschluss. Fachhochschulreife, Abitur oder Hochschulreife haben 22 Prozent. Etwa sechs von zehn der Geflüchteten kämen derzeit nur für Helfertätigkeiten in Frage, knapp 20 Prozent für Jobs mit höheren Anforderungen. (mit dpa)

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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