Auschwitz-Prozess: Urteil am 17. Juni geplant

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Der Angeklagte Reinhold Hanning: Dem 94-Jährigen wird Beihilfe zum Mord in mindestens 100 000 Fällen vorgeworfen. Foto: Bernd Thissen/Archiv

Detmold (dpa) - Der Detmolder Auschwitzprozess gegen den früheren SS-Wachmann Reinhold Hanning steht kurz vor dem Abschluss. Nach dann 20 Verhandlungstagen will das Gericht am 17. Juni voraussichtlich sein Urteil verkünden, wie es heute mitteilte.

Bevor es soweit ist, sind in der laufenden Woche noch drei Prozesstage für eine Vielzahl von Plädoyers angesetzt. Weitere 17 Anwälte der 57 Überlebenden und ihrer Angehörigen, die den Prozess als Nebenkläger verfolgen, wollen ihre Schlussworte halten. Dann sind die Verteidiger des 94 Jahre alten Angeklagten an der Reihe. Aus Rücksicht auf den Gesundheitszustand des alten Mannes wird je Prozesstag nur für zwei Stunden verhandelt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Hanning Beihilfe zum Mord in mindestens 100 000 Fällen vor. Er habe als Wachmann der SS in Auschwitz am Vernichtungszweck des Lagers mitgewirkt. Dafür hatte der Ankläger eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren gefordert. Hanning hatte über seine Anwälte angegeben, von anderen zur SS gedrängt und nur wegen einer Kriegsverletzung in Auschwitz gelandet zu sein.

Weil die Gerichtssäle im Landgericht zu klein sind für das große Medien- und Zuschauerinteresse, hat der Prozess bislang in den Räumen der Industrie- und Handelskammer stattgefunden. Aus Termingründen weicht die Kammer am 17. Juni auf das Foyer des Landgerichts aus.

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