Spitzentreffen im Kanzleramt

Koalition will Streit um Lohngleichheit beilegen

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Die Koalitionspartner ringen um ein Gesetz für mehr Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern. Foto: Sebastian Kahnert/Symbol

Was verdienen die Kollegen? Die Chefs müssen die Frage künftig womöglich beantworten - so sollen sich die Gehälter von Frauen und Männern weiter angleichen.

Berlin (dpa) - Union und SPD nehmen einen neuen Anlauf zur Lösung ihres Streits um ein Gesetz für mehr Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern. Laut "Bild"-Zeitung zeichnet sich eine Einigung ab.

Das Thema solle an diesem Donnerstag bei einem Spitzentreffen der Koalition im Kanzleramt besprochen werden, hieß es in Koalitionskreisen.

Größere Unternehmen sollen mit dem Gesetz verpflichtet werden, Verfahren zur Herstellung der Entgeltgleichheit einzuführen und darüber zu berichten. Und es soll einen Auskunftsanspruch geben - so dass Mitarbeiter erfahren, was Kollegen, die das Gleiche machen, im Schnitt verdienen. Auf Nachfrage soll man erfahren können, wie das mittlere Gehalt bei einer Vergleichsgruppe von mindestens fünf Beschäftigten mit gleichwertiger Tätigkeit in dem Betrieb ist.

Strittig zwischen SPD und Union war zuletzt, ab was für einer Größe der Unternehmen die Regelungen gelten sollen. Betriebe mit gültigen Tarifverträgen könnten nun auch herausgenommen werden, wie es hieß.

Nach Ansicht der Unionsabgeordneten liegt der statistisch nachweisbare erhebliche Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen nicht an einer unterschiedlichen Entlohnung für dieselbe Tätigkeit. Verantwortlich dafür seien stattdessen Unterschiede bei der Berufswahl und bei Frauen niedrigere Hierarchie-Stufen sowie längere Aus- und reduzierte Arbeitszeiten etwa infolge einer Mutterschaft.

Die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Ulle Schauws, sagte, das Gesetz müsse auch für kleinere Betriebe gelten. "Die meisten Frauen arbeiten in kleineren Betrieben und würden ansonsten gar nicht erreicht." Gerade in kleineren Betrieben gebe es oft auch die größten Lohnunterschiede, weil sie nicht tarifgebunden sind.

Koalitionsvertrag - Entgeltgleichheit S. 72f

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