Vertrauliche Details veröffentlicht

Belgische Polizei hätte Paris-Attentäter etliche Male fassen können

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Die belgische Polizei bei einer Razzia in Molenbeek.

Brüssel - Die belgische Polizei hat laut einem Untersuchungsbericht 13 Gelegenheiten verpasst, die Paris-Attentäter vor ihrer Anschlagsserie vom 13. November 2015 zu entlarven.

Schon seit Februar 2015 hätten Telefonmitschnitte mit Terrorverdächtigen vorgelegen, die mit dem einzigen Überlebenden der Pariser Anschläge, Salah Abdeslam, in Verbindung standen, berichtete die flämische Tageszeitung "De Tijd" am Samstag unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht der polizeiinternen Ermittler.

Von den 13 verpassten Chancen zur rechtzeitigen Entlarvung der Atttentäter seien sechs auf Personalmangel zurückzuführen, zitierte "De Tijd" weiter. Aus dem Untersuchungsbericht gelangten in den vergangenen Wochen wiederholt Einzelheiten an die Öffentlichkeit.

Molenbeek, immer wieder Molenbeek

So hieß es, es sei bekannt gewesen, dass die Brüder Salah und Brahim Abdeslam sich radikalisierten und mit dem mutmaßlichen Chef der Paris-Attentäter, Abdelhamid Abaaoud, in Kontakt standen. Der Untersuchungsbericht der polizeiinternen Ermittler geht nunmehr an einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Abdeslam, der in einem Gefängnis im Süden von Paris einsitzt, gilt als der einzige Überlebende der Attentate von Paris im November mit 130 Toten. Ermittelt wird gegen den französischen Staatsbürger unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes, wegen Freiheitsberaubung im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Pariser Konzerthalle Bataclan sowie wegen Besitzes von Sprengstoff und Waffen.

Schon seit längerem ist bekannt, dass die Dschihadisten-Netzwerke in Belgien und Frankreich verflochten sind. Die Pariser Anschläge wurden wesentlich in Belgien geplant. Im März wurden bei Attentaten in Brüssel 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt. Ein Großteil der Verdächtigen lebte im Brüsseler Stadtteil Molenbeek.

afp

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