Milliardengeschäfte

Brics-Gipfel: Zum Auftakt Rüstungsdeals und Seitenhiebe

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Kreml-Chef Wladimir Putin und der indische Premierminister Narendra Modi beim BRICS-Gipfel in Goa. Foto: Mikhail Metzel

Mehr als zehn Staatenlenker treffen sich in Indien rund um den Brics-Gipfel. Ein einziges Land aus der Region ist bei der Mammut-Zusammenkunft nicht dabei. Das ist kein Zufall.

Neu Delhi (dpa) - Am ersten Tag des Brics-Gipfels im indischen Urlaubsparadies Goa hat Gastgeber Indien mehrere Milliardendeals mit Russland unterzeichnet - und diplomatisch gegen seinen Nachbarn Pakistan ausgeholt.

Indien und Russland unterzeichneten 16 Vereinbarungen, die unter anderem milliardenschwere Rüstungs- und Öl-Deals zwischen den Ländern besiegelten. Neben den Regierungschefs der Brics-Länder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika waren noch acht weitere Staatschefs aus der Region geladen. Einzig Indiens Nachbarland Pakistan stand nicht auf der Gästeliste.

Das hatte diplomatische Gründe. Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan haben sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft und Indien versucht, den Dauerrivalen politisch zu isolieren. Erst Anfang Oktober war der Gipfel der Südasiatischen Vereinigung für Regionale Zusammenarbeit (SAARC) im pakistanischen Islamabad geplatzt, nachdem zuerst Indien und im Anschluss daran zahlreiche weitere Mitglieder ihre Teilnahme abgesagt hatten. Stattdessen lud Indien nun unter anderem alle SAARC-Mitglieder außer Pakistan als Ehrengäste zum Brics-Gipfel. Zu SAARC gehören Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Indien, die Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka.

Doch es blieb nicht nur bei Symbolpolitik. Indien und Russland unterzeichneten insgesamt 16 Vereinbarungen, unter anderem in den Bereichen Rüstung, Raumfahrt und Stadtentwicklung. Kernstück der Rüstungsdeals ist die Lieferung von russischen Raketensystemen des Typs S-400 Triumph an Indien. Die Boden-Luft-Raketen haben eine Reichweite von rund 400 Kilometern und können gegen Kampfflugzeuge und Marschflugkörper eingesetzt werden.

Nach Angaben des Fernsehsenders NDTV sollen vier Systeme zum Preis von insgesamt 5,3 Milliarden Euro an Indien gehen. Zudem will Indien 200 Kampfhubschrauber vom Typ Kamov 226T sowie vier 11356-Fregatten kaufen, die jeweils in Indien produziert werden sollen. Größte Ankündigung im zivilen Bereich war die Übernahme von Indiens zweitgrößter Ölfirma Essar Oil durch Russlands staatlichen Ölgiganten Rosneft und seine Partner für knapp zwölf Milliarden Euro.

Auch bei der Verkündung der Deals mit Russland teilte die indische Regierung einen Seitenhieb in Richtung Pakistan aus. "Wir wissen Russlands Verständnis und Unterstützung für unsere Aktionen im Kampf gegen grenzübergreifenden Terrorismus, der unsere gesamte Region bedroht, sehr zu schätzen", erklärte das indische Außenministerium.

Indien spielte damit auf eine Kommandoaktion der vorvergangenen Woche an, in der es nach eigenen Angaben mehrere terroristische Zellen auf dem Gebiet Pakistans mit "chirurgischen Schlägen" angegriffen und ausgeschaltet haben will. Pakistan behauptet jedoch, dass keine Operationen Indiens auf seinem Gebiet stattgefunden hätten.

Liste der von Indien und Russland unterschriebenen Dokumente

Erklärung Indiens zum grenzübergreifenden Terrorismus

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