Anfällige Flugzeuge

Bundeswehr kauft Alternativen zum Airbus A400M

+
Auch das US-Militär nutzt die C130J.

Paris - Der Airbus A400M soll bei der Bundeswehr der Nachfolger von "Transall"-Maschinen sein. Nun wurden Alternativen zu dem anfälligen Flieger bestellt.

Die Bundeswehr soll neben den 53 bereits bestellten A400M-Flugzeugen vier bis sechs weitere Transportmaschinen für Spezialoperationen erhalten. Die Flieger vom Typ C-130J sollen beim US-Hersteller Lockheed Martin beschafft werden und ab 2021 beispielsweise für Evakuierungen aus Kriegsgebieten bereitstehen. Das Verteidigungsministerium ist der Ansicht, dass die vom europäischen Luftfahrtkonzern Airbus hergestellten A400M für solche Einsätze nicht geeignet sind.

Ministerin Ursula von der Leyen unterzeichnete am Dienstag in Paris mit ihrem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian eine Vereinbarung, nach der die deutschen C-130J in Frankreich zusammen mit französischen Flugzeugen selben Typs stationiert werden sollen. Die französische Luftwaffe besitzt bereits 14 C-130 und hat vier weitere bestellt. Auch sie nutzt daneben den A400M. Von 50 georderten Exemplaren sind inzwischen zehn ausgeliefert.

Die Bundeswehr will im Jahr 2021 ihre schon jetzt bis zu 49 Jahre alten Transportflugzeuge vom Typ „Transall“ ausmustern. Ersetzt werden sollen sie zum größten Teil durch die A400M. Bei den deutlich größeren und moderneren Maschinen kam es in den letzten Jahren aber immer wieder zu Pannen und Produktionsverzögerungen. Bisher hat die Luftwaffe nur fünf Maschinen von Airbus erhalten. Von den 53 bestellten A400M sollen 13 weiterverkauft werden.

Die seit 60 Jahren von Lockheed Martin produzierte und von sehr vielen Streitkräften weltweit genutzte C-130 ist kleiner und wendiger als die A400M und gilt als geeigneter für Landungen auf unbefestigten Pisten. Was die Beschaffung der zwei bis vier Maschinen kostet, ist unklar.

Die deutsch-französische Kooperation beim C-130 gilt auch als politisches Signal. Die beiden Verteidigungsminister setzen sich für eine verstärkte militärische Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften der Europäischen Union ein. Dazu haben sie erst kürzlich ein Konzept vorgelegt, das unter anderem ein Hauptquartier für EU-Einsätze in Brüssel vorsieht.

dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.