Um mehrere hundert Millionen Euro

Bundeswehr: Kosten für Auslandseinsätze zu niedrig kalkuliert?

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War alles viel teurer? Ein Bundeswehr-Soldat 2008 in Afghanistan.

Berlin - Die Kosten für Auslandseinsätze der Bundeswehr sind nach einem Bericht des „Spiegel“ in den vergangenen zehn Jahren stets zu niedrig veranschlagt worden.

Die eingeplanten Mittel hätten im Nachhinein oft um mehrere hundert Millionen Euro nach oben korrigiert werden müssen, berichtet das Magazin unter Berufung auf einen noch unveröffentlichten Bericht des Verteidigungsministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags.

So habe das Ministerium 2009 für den Afghanistan-Einsatz und andere internationale Missionen 580 Millionen Euro eingeplant, tatsächlich hätten die Kosten bei 1,1 Milliarden Euro gelegen. Im folgenden Jahr korrigierte das Ministerium die Planung zwar nach oben, die realen Kosten überstiegen diese aber um 527 Millionen Euro. Selbst im vergangenen Jahr mit deutlich weniger Auslandseinsätzen lagen die Kosten knapp 50 Prozent über der Planung, heißt es in dem Bericht.

Linke: "Vorher künstlich kleingerechnet"

Die Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Gesine Lötzsch (Linke), vermutet, dass die Kosten „vorher künstlich kleingerechnet werden“, um die Zustimmung der Abgeordneten zu den Auslandseinsätzen zu erhalten. Das sei „eine systematische Täuschung des Parlaments“. Derzeit beteiligen sich kapp 3400 Bundeswehrsoldaten an Einsätzen im Ausland, die meisten von ihnen (910) in Afghanistan.

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