Nicht nur Kriminelle sind dort unterwegs

Darknet: Der digitale Untergrund

Nicht alles lässt sich per einfacher Suchanfrage im offenen Internet finden. Doch es gibt Mittel und Wege, um sich auch dort selbst illegale Dinge zu organisieren.

So zum Beispiel über das Darknet (englisch für „dunkles Netz“), das eigentlich ein Internet im Internet ist. Mit dem Unterschied, dass es eben nicht öffentlich ist und man in der Regel nur auf Einladung hineingelangt.

Der Polizei zufolge hat sich der Amoktäter von München seine Waffe wahrscheinlich im Darknet beschafft.

Der Einstieg in diesen abgeschirmten digitalen Untergrund geschieht über eine Anonymisierungssoftware wie das kostenlose „Tor“. Der Name war ursprünglich ein Akronym für „The Onion Router“. Der Vergleich mit der Zwiebel stammt von der Art, wie der Datenverkehr innerhalb des Tor-Netzwerks geregelt wird: Bei der Weiterleitung der Daten werden diese mehrfach verschlüsselt. Im Klartext sind sie erst wieder lesbar, wenn sie das Tor-Netzwerk verlassen und dafür wie bei einer Zwiebelschale eine Verschlüsselung nach der anderen abgeschält wird.

Einmal drin, kann man auch auf regelrechte Marktplätze zugreifen, die sogenannten Kryptomärkte, bei denen digitale Währungen wie Bitcoins (englisch für „digitale Münzen“) in einer meist anonymisierten Variante als Zahlungsmittel gelten.

In den Kryptomärkten werden teilweise auch Drogen, verschreibungspflichtige Medikamente und Waffen gehandelt. Das Darknet wird allerdings nicht nur von Kriminellen genutzt, sondern auch von Menschen, die ein legitimes Interesse an geschützter Kommunikation haben, etwa weil sie in einem repressiven politischen System leben.

Rubriklistenbild: © dpa

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