Gemeinden können einzeln gewarnt werden

Deutscher Wetterdienst stellt neue Methode für Unwetterwarnung

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Chaos durch Schlamm und Geröll nach Unwetter: Im Mai zogen katastrophale Gewitter über Braunsbach (Baden-Württemberg). Der Wetterdienst will Gemeinden jetzt genauer warnen.

Statt kompletter Landkreise kann die Offenbacher Behörde jetzt direkt einzelne Gemeinden warnen.

So wurde bisher gewarnt

Als 2003 erstmals eine Landkreis-Warnung ausgegeben wurde, war das schon eine enorme Verbesserung im Vergleich zu den Meldungen für größere Gebiete oder Bundesländer, die vorher üblich waren. Derart großflächiger Alarm war vor allem im Osten, wo Landkreise teils größer sind als das Saarland, nicht immer praktisch. Feuerwehren wussten nicht, wo genau sie sich auf brechende Äste oder überflutete Keller vorbereiten sollten. Alarmierte Bürger fühlen sich veräppelt, wenn doch nichts passierte.

Das hat sich geändert

Neuerdings können die Warnungen auf jede der rund 10 000 deutschen Gemeinden heruntergezoomt werden. Mehr Daten und eine höhere Computerkapazität machen es möglich. Die Hinweise, abgestuft in „Wetterwarnung“ und „Unwetterwarnung“, betreffen Stürme und Orkane, Gewitter, Schneefall, Glätte und Frost, Starkregen, Dauerregen, Nebel und Tauwetter. Sie sind auf den Karten des DWD mit Symbolen gekennzeichnet.

Infos über Medien

Die Warnungen nützen natürlich nichts, wenn sie nicht zu den Bürgern kommen. Der Wetterdienst setzt dafür auf die Medien. Außerdem kann sich jeder selbst auf der Internetseite des DWD oder in dessen App (Artikel unten rechts) informieren. Mit der neuen Genauigkeit werden zwar weniger Bürger und Behörden in Alarmzustand versetzt, aber die dafür umso berechtigter.

Frühe Warnung schwierig

Bei der Präsentation der verbesserten Warnungen in Berlin zeigten sich die Wetterfrösche stolz („Quantensprung“), aber auch vorsichtig. Bei großflächigen Stürmen oder Dauerregen könne man zwölf oder mehr Stunden vorher Unwetterwarnungen je Gemeinde veröffentlichen, hieß es. Bei lokalen Sommergewittern aber sei manchmal schon eine halbe Stunde Vorwarnzeit eine Herausforderung. Sowieso lasse sich das Wetter nie hundertprozentig genau voraussagen (Artikel unten). Und die Sturzbäche im Frühjahr hätte auch das neue System nicht erfasst.

Denn aus dem extrem ortsfesten Tief, das Anfang Juni über Teilen Deutschlands lag, entwickelten sich immer neue Gewitterzellen mit Starkregen, die vorher kaum zu lokalisieren waren.

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